So wird Krankheit, Pflege und Heilung zur Kunst

Im Kunsthaus Zürich zeigen Bilder, Skulpturen, Videos und Performances etwas, was sonst gerne versteckt wird: körperliche Gebrechen.

, 27. April 2022, 09:45
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Kranke Körper können Kunst sein. Wenn man sich getraut, sie zu zeigen. Das Kunsthaus Zürich wagt es. Eine Ausstellung mit rund 300 Werken vereint zwei Disziplinen, die auf den ersten Blick nicht gegensätzlicher sein könnten: Kunst und Medizin.

Medizin wird sicht- und spürbar

«Take Care» - also «Pass auf dich auf» - lautet der Titel der Ausstellung. 300 Ausstellungsstücke zeigen Krankheit und Schmerz, Medizin, Pflege und Heilung. Frühe Kunstwerke stammen aus dem 15. Jahrhundert, die jüngsten von 2022 wurden eigens für die Ausstellung produziert. Es sind Bilder und Ansichten, die einen Medizin «spüren» lassen.

Lustvolle Auseinandersetzung mit dem Kranksein

Cathérine Hug, die Kuratorin der Ausstellung, schildet es so: «Wir können uns in der Ausstellung mit Formen der Versehrtheit und der Fragilität des Körpers auseinandersetzen, die wir nicht unbedingt kennen. Die Ausstellung soll aber auch die lustvolle und konstruktive Auseinandersetzung mit der durchaus nicht immer einfachen Phase des Krankseins fördern. Das kann in vielen Fällen auch langfristig eine bereichernde Erfahrung sein.»
Die Ausstellung «Take Care» im Kunsthaus Zürich dauert noch bis 17. Juli 2022.

Die Themen der Ausstellung:

  • «Goldenes Zeitalter der Medizin»
  • «Seuchen und Pandemien»
  • «Prophylaxe, Komplementärmedizin und Selbstheilung»
  • «Der diagnostische Blick und das System Spital»
  • «Pharmazie und Spitzenforschung»
  • «Betroffene am Scheideweg vom genormten zum singulären Körper»
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Eine bemalte Bronze-Statue zu Ehren der Ärzte. Sie stammt vom verstorbenen amerikanischen Künstler Duane Hanson. Der bekannte Bildhauerr war ein Begründer des Hyperrealismus im Rahmen der Pop-Art-Bewegung. | Kunsthaus Zürich
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Das ist ein simples Funktionsmodell der Augenmuskulatur aus Karton, Papier und Kunststoff. Und gleichzeitig ist es grosse Kunst. Erschaffen hat es 1934 Walter Rudolf Hess, der Schweizer Physiologe und Medizin-Nobelpreisträger. | Kunsthaus Zürich
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Auch der Maler Paul Klee zeigte versehrte Körperteile: Hier ein Gesicht, das zur Gebärde verfomt ist. 1939. | Kunsthaus Zürich
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Dieses Bild zeigt erste Versuche, Krebs mit Röntgenstrahlen zu behandeln. Gemalt hat dieses Selbstbildnis der Pariser Arzt und Radiologe Georges Chicotot, der gleichzeitig ein talentierter Maler war. Er starb mit 56 Jahren an einer Strahlendermatitis, welche er sich durch seine Versuche zugezogen hatte. | Kunsthaus Zürich
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Herbert Ploberger schuf um 1930 dieses Selbstbildnis mit augenärztlichen Lehrmodellen. Herbert Ploberger war ein österreichischer Maler und Bühnenbildner. | Kunsthaus Zürich
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Ein Blick in die Ausstellungsräume im Kunsthaus Zürich. | Kunsthaus Zürich
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