So will das Kantonsspital die Covid-Verluste ausgleichen

Das Kantonsspital Luzern soll den Jahresverlust 2020 mit einer Aktienkapitalerhöhung kompensieren. Es sei nicht richtig, wenn das Spital die Covid-Verluste tragen müsste.

, 7. Januar 2022, 09:00
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Das Luzerner Kantonsspital (Luks) hat im Jahr 2020 aufgrund der Corona-Pandemie einen Jahresverlust von knapp 26 Millionen Franken verzeichnet. Der Kanton Luzern als  100-prozentiger Eigner hat beschlossen, diesen «unverschuldeten Verlust» mit einer Aktienkapitalerhöhung in gleicher Höhe zu kompensieren. Mit der Herausgabe neuer Aktien für den Kanton erhöht das Spital das Eigenkapital und erhält frisches Geld. 
Zurückzuführen ist dieser Verlust hauptsächlich auf die vom Bundesrat beschlossenen Einschränkungen der medizinischen Leistungen für mehrere Wochen im Frühjahr, was zu Einnahmeausfällen führte. Zudem hatte das Luks wie andere Spitäler Covid-bedingte Mehrkosten zu tragen, etwa für Schutzmaterialen, Eingangskontrollen oder Schulungen. 

Verlust wäre sogar noch höher 

Der Kanton Luzern hat die Mehrkosten und Ertragsausfälle aller Listenspitäler im Kanton teilweise übernommen: Das Luks wies für das Jahr 2020 unter Berücksichtigung einer Entschädigung für die Mehrkosten von 8,4 Millionen Franken einen Verlust von 53,6 Millionen Franken aus. 
Von diesem Verlust sind gemäss Spital 14,9 Millionen Franken nicht auf die Auswirkungen der Pandemie zurückzuführen. Für das Luks resultiert somit ein Covid-bedingter Verlust von 38,7 Millionen Franken für das Jahr 2020. Unter dem Strich verbucht das Kantonsspital nach einem bereits bewilligten Kredit von 12,8 Millionen Franken schliesslich noch einen Covid-bedingten Restverlust von 25,9 Millionen Franken, was der geplanten Kapitalerhöhung entspricht. 
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Screenshot Bericht des Regierungsrates

Erhöhung hilft, Bauprojekte zu stemmen

Mit der Erhöhung des Aktienkapitals soll die Weiterentwicklung des Spitals und die damit einhergehende gute Gesundheitsversorgung auch weiterhin gesichert werden, heisst es. Die Stärkung des Eigenkapitals verbessert die Kreditwürdigkeit und hilft dem Spitalunternehmen zudem bei der Realisierung der grossen anstehenden Bau- und anderen Investitionsvorhaben.
Für Regierung und Kantonsrat ist die Erhöhung beschlossene Sache. Sie finden es nicht richtig, wenn unverschuldete Covid-Verluste vom Luks selber getragen werden müssten. Sie erinnern daran, dass der Kanton in den vergangenen acht Jahren von Dividendenzahlungen in der Höhe von 100 Millionen Franken profitiert habe.

Im Februar kommt es zur Volksabstimmung

Der Kantonsrat hat Ende Oktober 2021 den Kredit von 25,9 Millionen Franken für die Tragung des Covid-bedingten Verlusts in Form einer Aktienkapitalerhöhung bereits nahezu einstimmig bewilligt. Nun muss nur noch die Luzerner Stimmbevölkerung am 13. Februar 2022 über die Aktienkapitalerhöhung befinden.
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