So viele Ärztinnen und Ärzte steckten sich mit COVID-19 an

Eine Umfrage der FMH zeigt, wie die Corona-Pandemie die Ärzteschaft trifft - gesundheitlich und wirtschaftlich.

, 17. Juli 2020, 09:52
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Die Corona-Pandemie trifft auch die Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz. Wie genau, zeigt eine eben in der «Schweizerischen Ärztezeitung» publizierte Umfrage der FMH. Diese hat dazu gut 33'000 Ärztinnen und Ärzte angeschrieben. Mitgemacht hat gut ein Drittel davon. Einer der Kernergebnisse: Während im April noch gut jede und jeder Dritte mit Corona-Verdachtsfällen zu tun hatte, war es im Mai nur noch knapp jede und jeder Achte.
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Grafik Schweizerischen Ärztezeitung

Die Mehrheit der Ärzte mit Symptomen machte keinen Test

Unter den Umfrageteilnehmenden gaben 2,3 Prozent an, positiv auf COVID-19 getestet worden zu sein. Von den 282 Betroffenen mussten 26 hospitalisiert werden. Die Dunkelziffer bei den Infektionen dürfte aber bedeutend höher sein. 5,9 Prozent gaben an, Symptome gehabt zu haben, sich aber nicht getestet zu haben. 
Von jenen 282 Personen, die positiv getestet wurden, ist gemäss der SAEZ von 259 die Fachrichtung bekannt. Auf die Allgemeine Innere Medizin entfielen demnach gut 40 Porzent der positiven Resultate. Diese Gruppe war damit überdurchschnittlich betroffen - denn nur rund 30 Prozent der Umfrageteilnehmenden stammten aus dieser Fachrichtung.
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Grafik Schweizerischen Ärztezeitung

Materialmangel war sehr ausgeprägt

Die Befragung zeigt auch, dass speziell im März, aber auch im April, ein massiver Mangel an Schutzmaterialien und Desinfektionsmittel herrschte. Im März war die Versorgung in fast 60 Prozent der Fälle eher oder sehr schlecht. Im Mai entspannte sich die Situation dann merklich.
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Grafik Schweizerischen Ärztezeitung

Weniger Arbeit führt zu teils massiven Einkommensausfällen

So stark Covid gewisse medizinischen Bereiche forderte und zu überfordern drohte - die Mehrheit der Ärztinnen und Ärzte hatten im März und April, als das Gros der Massnahmen des Bundesrats in Kraft war,  nach eigenen Aussagen weniger oder deutlich weniger zu tun. 
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Grafik Schweizerischen Ärztezeitung
In der Folge rechnen rund zwei Drittel der Umfrageteilnehmenden mit Einkommensausfällen. Ein knappes Viertel rechnet gar mit einem «deutlichen Einkommensverlust». Weitere vier Prozent gaben an, dass der Einkommensverlust sogar existenzbedrohend sein könnte.
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