Physiotherapie: Neuer Tarif-Vorschlag von H+ und Curafutura

Der Versicherer- und der Spitalverband reichen eine neue Tarifstruktur für ambulante Leistungen der Physiotherapie ein. Dies stösst dem Berufsverband sauer auf.

, 16. August 2016 um 07:19
image
  • physiotherapie
  • praxis
  • tarmed
  • tarvision
Zusammen mit den vertraglichen Regelungen sowie einer Normierungsvereinbarung haben Curafutura und H+ dem Bundesrat am Montag eine neue Tarifstruktur für ambulante Leistungen der Physiotherapie zur Genehmigung eingereicht. 
Das Vertragswerk soll laut einer Mitteilung die bisherige, bis Ende September 2016 befristete Tarifstruktur ersetzen und auf Anfang 2017 in Kraft treten. 
Die neuen Tarife seien «sachgerecht und wirtschaftlich», werben die beiden Verbände in ihrer Mitteilung. Die bisherige Struktur bilde nicht mehr alle Leistungen der ambulanten Physiotherapie ab; die alten Tarife seien überdies veraltet. Ferner sei die Situation der Patienten komplexer geworden.

Physioswiss und Santésuisse machen nicht mit 

Gemäss Curafutura und H+ ist dem Bundesamt für Gesundheit vorgelegte Vorschlag einfacher als der alte. Das Vertragswerk sei neu gegliedert und einfach und schlank aufgebaut.
Nicht am Vorschlag für das Tarifwerk mitgearbeitet haben andere Partner wie der grösste Verband der Krankenversicherer, Santésuisse, die Unfallversicherungen oder der Verband der Physiotherapeuten, Physioswiss.

Physiotherapeuten mit eigenem Vorschlag

Physioswiss lehnt den Vorschlag der Krankenkassenvertreter und des Spitalverbands kategorisch ab. Physioswiss-Präsident Roland Paillex erklärte der NZZ, der Vorschlag vermindere die Anzahl Tarifpunkte pro Position und sei damit ein eindeutiger Abbau. Die Therapeuten würden zehn Prozent weniger als heute erhalten, schätzt er.
Der Berufsverband der Physiotherapeuten war Ende Juli mit eigenen Vorschlägen an den Bundesrat gelangt. Darin forderte der Verband, die bisherige Tarifstruktur mit leichten Änderungen zu verlängern. 
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Taxpunkte: Teil-Einigung in der Ostschweiz

Die Ärztegesellschaften und die HSK beschliessen 3 Rappen höheren Taxpunktwert.

image
Kommentar von Anne-Geneviève Bütikofer und Verena Nold

Ja zum neuen Arzttarif – aber nur mit ambulanten Pauschalen

Ein neues ambulantes Tarifsystem muss Pauschalen mit dem Einzelleistungstarif Tardoc kombinieren. Nur so lässt sich die Effizienz im Gesundheitswesen steigern.

image

Was kostet der Leistungsausbau? Keine Ahnung

Was sind die finanziellen Folgen des Leistungsausbaus in der Grundversicherung? Der Bundesrat will das nicht wissen.

image

Gerhard Pfister will es wissen: Arbeiten Ärzte 24 Stunden pro Tag?

In seinem Einsatz für die «Kostenbremse» nimmt sich der Mitte-Präsident die Minutage vor. Zumindest rhetorisch.

image

Ihr neuer Standort für Gesundheit und Erfolg

Willkommen im WORKPLACE POSTFINANCE ARENA in Bern, wo Sport und Business aufeinandertreffen!

image

Neue Geschäftsführerin für die Zürcher Ärzte Gemeinschaft

Corinne Achermann Sommer leitet ab sofort Zmed.

Vom gleichen Autor

image

Arzthaftung: Bundesgericht weist Millionenklage einer Patientin ab

Bei einer Patientin traten nach einer Darmspiegelung unerwartet schwere Komplikationen auf. Das Bundesgericht stellt nun klar: Die Ärztin aus dem Kanton Aargau kann sich auf die «hypothetische Einwilligung» der Patientin berufen.

image

Studie zeigt geringen Einfluss von Wettbewerb auf chirurgische Ergebnisse

Neue Studie aus den USA wirft Fragen auf: Wettbewerb allein garantiert keine besseren Operationsergebnisse.

image

Warum im Medizinstudium viel Empathie verloren geht

Während der Ausbildung nimmt das Einfühlungsvermögen von angehenden Ärztinnen und Ärzten tendenziell ab: Das besagt eine neue Studie.