Pflege: Alle Spitäler gemeinsam gegen Personalmangel

Ein interessantes Projekt wurde jetzt in München gestartet: Statt sich gegenseitig Fachleute für Pflege und Hebammen streitig zu machen, wollen die 41 Kliniken der Stadt gemeinsam attraktiv werden. Auch für Pflegepersonal aus dem Ausland.

, 26. September 2016, 15:08
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Zusammenarbeiten, gemeinsam attraktiv werden, gemeinsam werben statt sich gegenseitig das knappe Pflegepersonal abjagen: Das ist die Idee, unter der sich nun die 41 Kliniken der Stadt München zusammenschliessen – ob öffentlich oder privat, ob von der Stadt, von den Universitäten oder von anderen Trägern.
Dazu wurde jetzt unter Leitung der Stadtregierung der «Runde Tisch für Pflege an Münchner Krankenhäusern» eingerichtet. Das Projekt versammelt die Pflegedirektorinnen und -direktoren, die Leitungen der Kranken- und Kinderkrankenpflegeschulen sowie der Hebammenschulen.

Gemeinsame Wohnungsangebote? Gemeinsam werben?

Als erstes soll einmal soll herausgefunden werden, wieviele Pflegestellen derzeit offen sind – und weshalb. Laut der Gewerkschaft Verdi sind derzeit in Bayern etwa 10'000 Pflegestellen nicht besetzt, bei rund 12 Millionen Einwohnern. Zum Vergleich: In der Schweiz mit 8 Millionen Menschen sind in den letzten Monaten stets etwa 4'000 Pflegestellen öffentlich ausgeschrieben.
Interessant könnte der Versuch der bayerischen Landeshauptstadt auch sein, weil die dortigen Probleme hierzulande ja auch bestens bekannt sind: Auch in München fehlt es oft an erschwinglichen Wohnungen; die einzelnen Kliniken kämpfen auf dem Arbeitsmarkt allein und werben sich teilweise die Pflegekräfte gegenseitig ab. 
In einem weiteren Schritt soll ein Konzept zur Presse- und Öffentlichkeitsarbeit erstellt werden, das diverse Zielgruppen über den Pflegeberuf und die Hebammentätigkeit informiert und zur Bewerbung animiert – im Inland wie im Ausland.
Zur Mitteilung der CSU-FraktionZum Beitrag in der «Süddeutschen Zeitung»
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