Nimmt die Zahl der Covid-Spitaleintritte jetzt zu oder ab?

Die Covid-19-Taskforce rät zur Vorsicht bei der Interpretation der aktuellen Daten zu den Corona-Spitaleintritten. Als Grund nennen die offiziellen Experten des Bundes Meldeverzögerungen.

, 21. Januar 2022 um 10:39
image
  • spital
  • coronavirus
  • covid science task force
Derzeit lässt sich nicht bestimmen, ob die Zahl der neuen Covid-Hospitalisationen zu- oder abnimmt. Dies schreibt die «Swiss National Covid-19 Taskforce» in ihrer neusten epidemiologischen Lagebeurteilung. Als Grund geben die Experten Verzögerungen in den Meldungen der Corona-Spitaleintritte an: Es dauere mehr als zwei Wochen, bis über 90 Prozent der Hospitalisationen gemeldet sind. 
Angesichts dieser Meldeverzögerungen eigne sich die Zahl der gemeldeten neuen Hospitalisationen nicht als Mass für die aktuelle Entwicklung der Belastung des Gesundheitssystems. Als robustere Kennzahl bezeichnet die offizielle Taskforce des Bundes die Belegung der Spitäler durch an Covid-19 erkrankte Personen. Daten aus Zürich und Genf zeigten, dass in den dortigen Spitälern die Belegung derzeit zunehme, heisst es. 

Hospitalisierung bei Omikron niedriger, aber ...

Die Forschenden der Covid-19-Taskforce sprechen sich ferner dagegen aus, den Umstand überzuinterpretieren, dass Omikron seltener eine Behandlung im Spital nötig mache als etwa die Delta-Variante. Seit ein paar Wochen ist die Omikron-Variante in der Schweiz dominant.  
Dieser Effekt könne schnell dadurch aufgewogen werden, dass Omikron ansteckender sei, steht in der aktuellen Lagebeurteilung weiter zu lesen. Weitere, detailliertere Studien mit grösseren Stichproben zu der Schwere der Infektion mit Omikron würden in den nächsten Wochen erwartet.

Höchststand oder Überlastung des Testsystems?

Auch was die Interpretation der Fallzahlen angehe, bleiben die Experten des Bundes vorsichtig: Das Niveau sei bei einer Inzidenz von mehr als 4 000 pro 100 000 Einwohner sehr hoch, die Anzahl der erfassten Fälle in den letzten zwei Wochen aber nicht signifikant gestiegen. 
Der flachere Anstieg könnte dem Lagebericht des wissenschaftlichen Beratergremiums zufolge darauf hindeuten, dass der Höhepunkt der Omikron-Welle bald erreicht sei. Denkbar sei aber auch, dass er lediglich zustande komme, weil das Corona-Testsystem derzeit an seine Grenzen gerate. 
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Spitäler FMI: Guter Umsatz, kleiner Gewinn

Sechs Millionen Franken mehr als im Vorjahr setzten die Betriebe der Spitäler Frutigen, Meiringen, Interlaken um. Übrig bleibt aber nur ein kleiner Gewinn.

image

Spitalzentrum Biel spannt mit TCS zusammen

Das Spital Biel gründet für planbare Patiententransporte eine neue Firma: zusammen mit dem TCS.

image

Liquiditätsengpass beim Spital Davos

Weil es eilte, hat die Gemeinde Davos 1,5 Millionen Franken noch vor der Genehmigung an ihr Spital überwiesen.

image

Erstes Schweizer Babyfenster geht vielleicht zu

Weil die Geburtenabteilung im Spital Einsiedeln geschlossen bleibt, ist auch die Zukunft des Babyfensters ungewiss.

image

Simpler Grund für Neubau: Ein Land braucht ein eigenes Spital

Eine Umfrage zeigt: Für die Liechtensteiner gehört ein eigenes Spital zur Souveränität. Deshalb bewilligten sie sechs weitere Millionen für einen Neubau.

image

Jeder zehnte Deutsche stirbt beatmet im Spital

Deutschland beatmetet weitaus mehr Patienten als andere Länder - etwa die Schweiz. Das kostet viel – und nützt wenig, wie eine Studie zeigt.

Vom gleichen Autor

image

Arzthaftung: Bundesgericht weist Millionenklage einer Patientin ab

Bei einer Patientin traten nach einer Darmspiegelung unerwartet schwere Komplikationen auf. Das Bundesgericht stellt nun klar: Die Ärztin aus dem Kanton Aargau kann sich auf die «hypothetische Einwilligung» der Patientin berufen.

image

Studie zeigt geringen Einfluss von Wettbewerb auf chirurgische Ergebnisse

Neue Studie aus den USA wirft Fragen auf: Wettbewerb allein garantiert keine besseren Operationsergebnisse.

image

Warum im Medizinstudium viel Empathie verloren geht

Während der Ausbildung nimmt das Einfühlungsvermögen von angehenden Ärztinnen und Ärzten tendenziell ab: Das besagt eine neue Studie.