Neuer Beruf: Der Hörsystemakustiker

Der Bund und die Hörakustik-Branche öffnen ein neues, zukunftsträchtiges Berufsfeld. Die ersten Ausbildungsgänge zum Hörsystemakustiker beginnen im August 2016.

, 13. Oktober 2015 um 08:35
image
  • arbeitswelt
  • studium
Das Ohr alleine reicht vielen Menschen nicht zum einwandfreien Hören; sie brauchen ein Hörgerät - oder gleich ein Hörsystem. Dies sind hochkomplexe audiologische Produkte zur Verbesserung der Hörleistung, die es akurat anzupassen und zu warten gilt. Damit öffnet sich ein neues Berufsfeld. Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) hat darum die gesetzlichen Grundlagen für die berufliche Grundbildung Hörsystemakustiker/in EFZ erlassen. 
Die ersten Lehrverhältnisse wurden bereits abgeschlossen, wie es in einer Mitteilung heisst. So starten die ersten Klassen ihre Ausbildung Hörsystemakustiker/in EFZ im August 2016. Der Unterricht findet in der Deutschschweiz an der Gewerblich-Industriellen Berufsfachschule GIBS in Olten statt. Der Standort der Berufsfachschule in der Westschweiz wird entweder Lausanne oder Biel sein.

Vielfältiges Profil

Ein Hörsystemakustiker erledigt handwerklich-technische, psychologische, gesundheitliche und verkaufsorientierten Aufgaben. Er berät Kunden über ihre unterschiedlichen Hörbedürfnisse und bietet audiologische Produkte zur Verbesserung der Hörleistung und des Hörkomforts an. Die Hauptarbeitsgebiete sind das Durchführen von verschiedenen Hörmessungen und das Anpassen von Hörsystemen an die individuellen Hörbedürfnisse.

Neuer Verband gegründet

Die Hörakustik-Branche hat den neuen Beruf in den vergangenen zwei Jahren erarbeitet: «Damit schafft ein ganzer Wirtschaftszweig neue Lehrstellen und ermöglicht es jungen Menschen, einen aussichtsreichen Beruf zu erlernen.»
Damit die Branche gegen innen wie aussen im Bereich der beruflichen Grundbildung mit einer Stimme sprechen kann, wurde ein neuer Verein gegründet: der VBHA Verein Bildung Hörsystemakustik (Website ab Dezember 2015 aktiv). Er wird fortan Ansprechpartner für alle Fragen der beruflichen Grundbildung sein.

Annäherung ans Ausland

Die Hörakustik-Branche kannte bis anhin einzig eine Berufsprüfung zum Hörgeräte-Akustiker mit eidgenössischem Fachausweis. Jetzt wurde der Höheren Berufsbildung eine dreijährige berufliche Grundbildung EFZ beiseite gestellt. Die Branche nähert sich damit auch dem Ausbildungsstand im benachbarten Ausland an. 
(Bild: Flickr CC)
Mehr

  • Verband Hörakustik
  • Fachverband HörgeräteakustikFachverband Hörgeräteakustik
  • Hörlösungen von Sonova 

Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Frauen und Männer: Das ist der Lohn-Unterschied im Gesundheitswesen…

…und andere Entwicklungen bei den Gehältern in der Branche.

image

4-Tage-Woche: Das verraten die ersten Pilotversuche

Erstaunlich: In den Spitälern kommt das Arbeitszeit-Modell teils sehr gut an – und teils nicht so gut.

image

Klinik Gut: Ein Stellvertreter für den CEO

Die Bündner Gruppe engagiert Klinikmanager Roger Caluori vom Kantonsspital in Chur.

image

Neue Präsidentin des Hebammenverbands kommt von der ZHAW

Petra Graf ist Dozentin im ZHAW-Bachelorstudiengang Hebamme.

image

Auch mit Leseschwäche zum Medizinstudium

Ein wegweisendes Urteil: Wer unter Dyslexie leidet, soll im Eignungstest mehr Zeit für Prüfungsaufgaben erhalten.

image

Insel: «Die Stimmung könnte besser sein»

Auf Radio SRF äusserte sich Bernhard Pulver zu den Mobbing-Vorwürfen. In Sachen Führung gebe es Handlungsbedarf. Aber man habe das Personal nicht vergessen.

Vom gleichen Autor

image

Pflege: Zu wenig Zeit für Patienten, zu viele Überstunden

Eine Umfrage des Pflegeberufsverbands SBK legt Schwachpunkte im Pflegealltag offen, die auch Risiken für die Patientensicherheit bergen.

image

Spital Frutigen: Personeller Aderlass in der Gynäkologie

Gleich zwei leitende Gynäkologen verlassen nach kurzer Zeit das Spital.

image

Spitalfinanzierung erhält gute Noten

Der Bundesrat zieht eine positive Bilanz der neuen Spitalfinanzierung. «Ein paar Schwachstellen» hat er dennoch ausgemacht.