Mitarbeitende wehren sich gegen Pläne zur Auslagerung

Über 540 Mitarbeitende des Regionalspitals Emmental fordern, dass nicht medizinische Bereiche wie Technik, Logistik, Empfang und Sicherheit nicht ausgelagert werden.

, 23. September 2021, 07:10
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Mehr als ein Drittel aller Angestellten des Regionalspitals Emmental hat die Petition unterzeichnet, die diese Woche den Spitalverantwortlichen überreicht wurde. Die Bittschrift mit dem Titel «Das Personal des Spitals Emmental will keine Auslagerungen» fordert, dass alle Angestellten unter dem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) bleiben. 
Damit haben sich weit mehr hinter das Anliegen gestellt, als jene rund 140 Mitarbeitenden, die von einer allfälligen Änderung betroffen sein könnten. Für VPDO-Gewerkschaftssekretärin Meret Schindler sind die vielen Unterschriften «ein starkes Zeichen» für die guten Arbeitsbedingungen im Spital unter dem GAV der Berner Spitäler und Kliniken.

Sorgen um Personal- und Lohnabbau

Auslöser der Diskussion um die Auslagerung ist eine «kostenlose» Analyse der Firma ISS, die bereits die Reinigung des Spitals betreibt. Der weltweite Reinigungs- und Logistikkonzern vermutet ein Sparpotenzial von 15 bis 20 Prozent in den Supportprozessen Hauswirtschaft, Gastronomie, Hotellerie, Patientendisposition, Technischer Dienst, Logistik sowie Empfang und Einkauf.
Solche Einsparungen hätten immer «Auswirkungen auf den Personalbestand und die Löhne», schreibt die Gewerkschaft VPOD. Die Organisation hat die Angestellten zusammen mit weiteren Personalverbänden bei der Lancierung einer Petition unterstützt.

Spital habe noch nichts beschlossen

Das Spital Emmental hat mit einer Medienmitteilung auf die Petition reagiert und stellt klar: Die Leitung habe «mehrmals explizit betont, dass noch keine Massnahmen diskutiert oder beschlossen seien». Erwähnt wird gleichzeitig der wirtschaftliche Druck und die Kosteneffizienz. 
Das Spital diskutiere aktuell «Massnahmen zur weiteren Optimierung der Wirtschaftlichkeit». Diese sollen dann der Geschäftsleitung zum Entscheid vorgelegt werden. Der Termin für diese Sitzung sei noch offen. Deshalb könnten aktuell keine Aussagen gemacht werden zu allfälligen Änderungen.

CEO verlässt Regionalspital

Ob das Massnahmenpaket schliesslich noch unter der Leitung von CEO Anton Schmid behandelt und verabschiedet wird, ist offen. Schmid verlässt das Spital und wird neuer Chef des Kantonsspitals Aarau (KSA), wie diese Woche bekannt geworden ist. Er tritt seine neue Funktion in Aarau im März 2022 an. 
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