KSB: Warum ein Patient europaweit für Schlagzeilen sorgte

Das Ärzteteam um Jürg Hans Beer vom Kantonsspital Baden (KSB) behandelte einen jungen Patienten: Aus seiner Brust ertönte ein Klicken. Der Fall schlägt in Europa hohe Wellen.

, 28. November 2017, 09:00
image
  • kantonsspital baden
  • forschung
image
Im CT zeigt sich der Pneumothorax (schwarzer Bereich innerhalb des Brustkorbs, auf den die Pfeile deuten) | «BMJ Case Reports»
Klick, klick, klick: Aus dem Oberkörper eines 19-jährigen Schweizers ertönen plötzlich klickende Geräusche. Kurz darauf wird er im Kantonsspital Baden (KSB) untersucht: Herz-Ultraschall, Computertomografie (CT)...
Die Ursache der Geräusche: Auf der linken Seite befand sich Luft in der Pleurahöhle. Beim Einatmen konnte sich der Lungenflügel nicht mehr vollständig ausdehnen; ein recht selten auftretendes Symptom bei einem Spontanpneumothorax.

«Spiegel» berichtet über den Fall

Die KSB-Ärzte führten einen Schlauch in die Pleurahöhle. Das klickende Geräusch war weg – vorübergehend. Mehrere Male entwickelte er wieder einen Pneumothorax. Erst die Entfernung eines kleinen Teils des linken Lungenflügels haben das Problem behoben. 
Das Ärzteteam um Jürg Hans Beer, Direktor und Chefarzt Innere Medizin am KSB, hat den Fall vor kurzem im Fachmagazin «BMJ Case Reports» veröffentlicht. Dieser wurde jetzt in Deutschland vom Magazin «Spiegel» und im Sommer bereits von der britischen Zeitung «Daily Mail» aufgegriffen.

Jürg Beer: «Patient ernst nehmen»

«Gerade bei einem solch aussergewöhnlichen Fall ist es wichtig, dass man den Patienten ernst nimmt», wird Prof. Dr. med. Jürg Beer im «Badener Tagblatt» zitiert. «Und ihn nicht der Einbildung bezichtigt», fügt er hinzu. Die medialen Wellen festigen Beer zufolge den guten Ruf, den das KSB als Ausbildungs- und Lehrspital weit über die Kantonsgrenzen hinaus geniesst. 
Verena Charlotte Wilzeck, Christopher Hansi, Urs Hufschmid, Juerg Hans Beer: «When your patient clicks: a loud clicking sound as a key sign to the diagnosis», in: «BMJ Case Reports», Juni 2017.
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

So voll war es im Kinder-Notfall über die Festtage

Über die Festtage gab es in den Notfall-Stationen der Spitäler grossen Andrang. Dies hauptsächlich wegen harmloser Atemwegsinfektionen.

image

Gibt es eigentlich «Nie-Covid»-Menschen?

Es könnte sein, dass es Personen gibt, die noch nie an Covid erkrankt sind. Allerdings lässt es sich nicht belegen – noch nicht.

image

Serie: Das sind die Neujahrswünsche der Kantonsspitäler

2022 neigt sich dem Ende zu. In unserer Serie blicken Spitäler und Verbände zurück und verraten ihre Neujahrswünsche. Den Start machen die Kantonsspitäler Baden, Graubünden und St.Gallen.

image

Basel: 750'000 Franken für die Pädiatrische Forschung

Die Thomi-Hopf-Stiftung unterstützt ein Spezialprogramm der Pädiatrischen Forschung des Universitäts-Kinderspitals beider Basel.

image

Zürcher Forschende entdecken neues Virus in Schweizer Zecken

Erstmals wurde der Erreger in China nachgewiesen. Nun ist das sogenannte Alongshan-Virus in der Schweiz aufgetaucht. Ein Diagnosetest ist in Erarbeitung.

image

Das sind die «Young Talents» der klinischen Forschung in der Schweiz

Der diesjährige «Young Talents in Clinical Research» unterstützt diese 14 jungen Ärztinnen und Ärzte aus Spitälern in der ganzen Schweiz.

Vom gleichen Autor

image

Berner Arzt hat Aufklärungspflicht doch nicht verletzt

Im Fall einer Nasen-OP mit Komplikationen verneint das Bundesgericht eine Pflichtverletzung eines Berner HNO-Arztes. Die Vorinstanzen haben noch anders entschieden.

image

Warum hunderte Pflegekräfte derzeit «Rücktrittsschreiben» verfassen

Eigentlich möchten viele Pflegefachpersonen ihrem Beruf gar nicht den Rücken kehren. Doch das System zwingt sie dazu, wie eine aktuelle Kampagne in den USA exemplarisch zeigt.

image

Ärzte erhalten von Ärzten eine Sonderbehandlung

Ärzte als Patienten kriegen bestimmte Privilegien, die andere Patienten oder Patientinnen nicht erhalten würden. Dies sagt die grosse Mehrheit der in einer Studie befragten Ärzte.