Kommt es in Genf bald zur grossen Privatklinik-Fusion?

Die beiden Privatkliniken Grangettes und Générale-Beaulieu wollen offenbar fusionieren. Auch die Klinikgruppe Genolier hat bereits Annäherungsversuche gemacht.

, 16. Oktober 2015, 08:53
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Direkt am linken Ufer von Genf stehen die beiden Privatkliniken Clinique des Grangettes und Clinique Générale-Beaulieu. Seit 2013 kooperieren die beiden Spitäler in gewissen Bereichen. Bald könnte es aber zu mehr als nur einer strategischen Partnerschaft kommen.
Denn die beiden Kliniken im Genfer Quartier Champel hegten über 18 Monate lang Fusionspläne, wie nun bekannt wurde. Anfang 2015 rissen die Gespräche aber wieder ab, wie die Zeitung «Tribune de Geneve» jetzt berichtet.

Fusionsgespräche wieder aufgenommen

Der Widerstand der Führungsetage der Clinique Générale-Beaulieu war offenbar zu gross. Im Zuge dieser Gespräche sei auch der Direktor Philippe Cassegrain nach 22 Jahren zurückgetreten.
Laut Bericht haben die beiden Privatkliniken die Diskussion aber vor kurzem wieder aufgenommen – informell. Erneut seien Fusionspläne auf dem Tisch. 

Funkt die Klinikgruppe Genolier dazwischen?

Damit wolle man einer Übernahme durch eine Privatklinik-Gruppe wie Hirslanden oder Genolier vermeiden, heisst es. Denn das Klinikpersonal sei sehr daran interessiert, die Unabhängigkeit und die lokale Kultur dieser beiden Institutionen zu bewahren.
In der Tat gab es bereits Annäherungsversuche. Die zu Aevis Victoria gehörende Klinikgruppe Genolier Swiss Medical Network (GSMN) hat offenbar Interesse an der Klinik Générale-Beaulieu. Dies meldet die Westschweizer Tageszeitung «Le Temps».

Was die Klinik Générale-Beaulieu davon hält

Die Zeitung stützt sich dabei auf Aussagen des Générale-Beaulieu-Präsidenten Andreas von Planta. Das Vorgehen von GSMN im Übernahmeprozess sei zwar «freundlich» gemeint, doch hätten einige Anspruchgsruppen der Klinik bereits ihre abneigende Haltung gegenüber einer solchen Transaktion kundgetan, heisst es im Bericht weiter.
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