Kantonsspital St. Gallen kauft autonome Fahrzeuge für 7 Millionen Franken

Künftig sollen Waren im Kantonsspital St. Gallen fahrerlos transportiert werden. Die Sicherheitsanforderungen sind im komplexen Umfeld hoch.

, 23. Juli 2021, 12:31
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Das Kantonsspital St. Gallen (KSSG) hat einen Auftrag für ein fahrerloses Transportsystem vergeben. Der Vertrag über knapp 7 Millionen Franken geht an die Firma Oppent aus dem italienischen Mailand, die sich gegen 4 Mitbewerber durchsetzen konnte. Sie soll nun in der Ostschweiz über die nächsten 5 Jahre ein komplettes System mit 37 Fahrzeugen implementieren. Zum Auftrag gehören auch Software- und Schnittstellenanbindungen sowie Wartung und Support. Das KSSG hat auch im Juni ein neues Klinikinformationssystem (KIS) in Auftrag gegeben.
Das KSSG baut in den nächsten Jahren diverse neue Gebäude und überholt Bestandsbauten, dabei werde auch die Transportinfrastruktur verbessert, ist den Ausschreibungsunterlagen zu entnehmen. Was derzeit noch manuell und per Schleppzug transportiert wird, soll künftig vom fahrerlosen System übernommen werden. Entsprechende Lösungsansätze seien in einer Machbarkeitsstudie bereits definiert worden, heisst es weiter.
Diese sieht einen Rollenunterbau vor, der je nach Warengruppe – die von Getränken über Abfall bis zu Sterilgütern reichen – mit verschiedenen Containern bestückt werden können. Sie sollen sich autonom bis in die Zielstockwerke bewegen oder die Aufbauten im Lift deponieren, von den Aufzügen werden sie dann wiederum manuell verteilt.
Die für die Bedienung nötigen Applikationen müssen komplett in den Rechenzentren des Kantonsspitals betrieben werden, eine Cloudlösung wurde ausgeschlossen. In den ausführlichen Security-Anforderungen sind unter anderem möglichst minimale Rechte für Anwender sowie Pen-Tests am System vorgesehen, zudem wird in der Netzwerktopologie der Absicherung gegen aussen viel Gewicht eingeräumt. Die kundenspezifischen Quellcodes sollen in der Enddokumentation dem KSSG übergeben werden, wie in den Unterlagen festgehalten wird.
Im Spitalumfeld herrsche ein intensiver Verkehr von Betten, Patienten, Besuchern, Lieferanten und Angestellten, so dass der Risiko- und Gefährdungsanalyse ein hoher Stellenwert eingeräumt werden müsse, heisst es weiter zur physischen Sicherheit. Auch müsse eine starke Beeinträchtigung der Systemleistung einkalkuliert werden, etwa wegen Notstopps oder Wartezeiten aufgrund von Gegenverkehr.
  • Dieser Beitrag ist zuerst auf dem Portal «Inside- IT» erschienen.
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