Kantonsspital soll Geburtenabteilung schliessen

Der Spitalrat des Kantonsspitals Obwalden bringt Vorschläge, wie die Kosten besser in den Griff zu bekommen sind.

, 14. September 2020, 06:56
image
  • kantonsspital obwalden
  • spital
  • geburtshilfe
  • politik
Der Obwaldner Spitalrat schlägt der Regierung vor, verschiedene Massnahmen für das Kantonsspital zu prüfen. So soll das Angebot künftig im Verbund mit einem Zentrumsspital als Partner erbracht werden. Die Spezialisten am Kantonsspital würden die Abklärungen zu Behandlungen im KSOW vornehmen oder bei Bedarf als Belegarzt den Patienten ins Zentrumsspital begleiten.  
Zur Stärkung der Inneren Medizin sollen Hausärzte, Spitexdienste und die Alters- und Pflegeheime miteinbezogen werden.
Zudem soll neu nur noch im Zweischichtenbetrieb von 7 bis 22 Uhr operiert werden, wie der Spitalrat in seiner Zukunftsstrategie weiter festhält. Dies, weil Operationen während der Nacht bereits heute mit weniger als drei Eingriffen pro Monat nicht ins Gewicht fallen. 

Strategieprozess sei «ergebnisoffen»

Als Konsequenz dieser Reduktion soll eine Neuregelung des Leistungsauftrags Gynäkologie/Geburtshilfe prüfen. Konkret könnte die Dienstbereitschaft längerfristig nicht mehr aufrechterhalten werden, was eine Schliessung der Geburtenabteilung bedeuten würde. Im vergangenen Jahr kamen im Kantonsspital 287 Kinder zur Welt.
Der Regierungsrat lässt die Vorschläge des Spitalrats nun in seine Beurteilung einfliessen, wie das Gremium mitteilt. Der Strategieprozess werde ergebnisoffen geführt. Die Varianten reichen vom heutigen Zustand bis zur Schaffung eines regionalen Gesundheitszentrums.  

Regierung legt weiteres Vorgehen Ende Jahr fest

Gemäss Gesundheitsgesetz müssen in Sarnen aber mindestens die Abteilungen Innere Medizin, Chirurgie, Gynäkologie/Geburtshilfe und Anästhesie geführt werden. Noch fehlten aber die notwendigen Unterlagen für eine grundlegende Gesetzesrevision im Spitalbereich. 
Ende dieses Jahres unterbreitet eine «Task Force» dem Regierungsrat ihre Gesamtbeurteilung. Anschliessend legt der Regierungsrat das weitere Vorgehen fest.

Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Spital korrigiert falsche Aussagen zu Chefarzt-Kündigung

Ist der Chefarzt Gregor Lindner nun krank oder nicht? Die Pressestelle des Bürgerspitals Solothurn zieht plötzlich Aussagen zu dessen Kündigung zurück.

image

Sauter: «Wir müssen grossräumiger denken»

Spitäler in den Randregionen brauchen eine neue Funktion. Das meint die neue Hplus-Präsidentin Regine Sauter.

image

Notfallmediziner erwarten Kollaps und schlagen schweizweit Alarm

Covid, Grippe und RSV: Die Notfallstationen sehen sich in diesem Winter mit Bedingungen konfrontiert, die sie an den Rand des Kollapses bringen könnten.

image

Direktor Peter Hösly übergibt den Stab an Simone Weiss

Am Sanatorium Kilchberg kommt es zu einem Führungswechsel: Nach 16 Jahren gibt Peter Hösly seinen Chefposten an der Privatklinik für Psychiatrie ab.

image

Spitaldirektorin will in den Nationalrat

Franziska Föllmi-Heusi vom Spital Schwyz ist als Kandidatin für die Nationalratswahlen nominiert.

image

Eklat am Unispital Zürich: Das sagt der Spitalrat zu den Vorwürfen im Fall Clavien

Der Star-Chirurg Pierre-Alain Clavien fühlt sich vom USZ rausgeschmissen. Nun reagiert André Zemp, Spitalratspräsident, auf dessen Vorwürfe.

Vom gleichen Autor

image

Warum hunderte Pflegekräfte derzeit «Rücktrittsschreiben» verfassen

Eigentlich möchten viele Pflegefachpersonen ihrem Beruf gar nicht den Rücken kehren. Doch das System zwingt sie dazu, wie eine aktuelle Kampagne in den USA exemplarisch zeigt.

image

Ärzte erhalten von Ärzten eine Sonderbehandlung

Ärzte als Patienten kriegen bestimmte Privilegien, die andere Patienten oder Patientinnen nicht erhalten würden. Dies sagt die grosse Mehrheit der in einer Studie befragten Ärzte.

image

Insel Gruppe: Chefarzt Stephan Jakob gibt Leitung weiter

Joerg C. Schefold übernimmt die Klinikleitung der Intensivmedizin am Berner Inselspital. Er folgt auf Stephan Jakob, der in Pension gehen wird.