IT-Firma beschwert sich über Inselspital-Entscheid für Epic

Die Inselgruppe habe sich zu voreingenommen für das neue Informatik-System von Epic entschieden. Die bisherige Anbieterin Compugoup-Medical (CGM) beschwert sich nun beim Kanton.

, 29. Januar 2020, 14:42
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Die Inselgruppe kauft für 83 Millionen Franken ein neues Computersystem. Und zwar hat sich das Spital für das System des US-amerikanischen Unternehmens Epic entschieden.
Zu Unrecht? Schon im Dezember sagte ein Insider gegenüber der «Berner Zeitung», dass die Ausschreibung für den Auftrag so gestaltet gewesen sei, dass nur Epic überhaupt die Anforderungen erfüllen konnte. Medinside berichtete hier darüber.

Massiv überteuertes System?

Die Inselgruppe hielt damals fest, dass die Ausschreibung transparent, WTO-konform und den Vorgaben des öffentlichen Beschaffungsrechts des Kantons Bern entsprochen habe. Trotzdem hat die Compugoup-Medical (CGM) bei der Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion des Kantons Bern Beschwerde gegen die Ausschreibung und gegen die anschliessende Vergabe eingereicht.
CGM ist jene Firma, die das heutige Klinikinformationssystem des Inselspitals betreibt. Laut der «Berner Zeitung» sagte der Geschäftsführer von CGM Schweiz, Johann Zehntner, habe Epic den Zuschlag zu Unrecht erhalten. So sei das System in Branchenkreisen als massiv überteuert bekannt.

CGM sah sich als chancenlos

Ob die Beschwerden von CGM die Einrichtung des neuen Systems im Inselspital verzögern werden, ist noch ungewiss. Die Beschwerden dürften kaum gutgeheissen werden. CGM verzichtete von Anfang an auf eine Offerte, weil sich das Unternehmen allein aufgrund der Ausschreibung schon als chancenlos sah.
Ausserdem gibt es einen ähnlich gelagerten Fall in Luzern: Auch im dortigen Kantonsspital erhielt Epic den Zuschlag, obwohl die Firma das teuerste Angebot machte. Die Beschwerden von zwei anderen Firmen wurden abgewiesen.

Epic sorgt in Luzern für Probleme

Das neue System ist in Luzern seit fünf Monaten in Betrieb. Seither klagen die Angestellten über die Mehrbelastung und die viele Zeit, die sie am Bildschirm statt am Patientenbett verbringen. Medinside berichtete hier darüber.
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