Ingo Malm «definitiv» aus dem Verband ausgeschlossen

Der umstrittene Hausarzt ist erneut vor Gericht abgeblitzt. Der Aargauische Ärzteverband darf den deutschen Arzt als Mitglied ausschliessen.

, 3. Februar 2016, 08:23
image
  • kanton aargau
  • ingo malm
  • praxis
Einstimmig beschloss der Aargauische Ärzteverband Ende Juni 2012 den Ausschluss des Arztes Ingo Malm. Tatsächlich vollzogen wurde dieser Entscheid aber erst letzte Woche, wie die «Aargauer Zeitung» berichtet.
«Dies mag erstaunen, ist aber das Resultat des Rechtswegs, den Herr Malm gegen den Verband und seinen Ausschluss beschritten und konsequent ausgeschöpft hat», schreibt der Verband.

Hat sich viel zu Schulden kommen lassen

Erst mit dem seit wenigen Tagen rechtskräftigen Urteil des zuständigen Gerichts, das Malm das Rechtsschutzinteresse absprach und deshalb formell auf seine Klage nicht eintrat, sei der Aargauische Ärzteverband in der Lage gewesen, den Mediziner «formell und definitiv aus seinen Reihen auszuschliessen».
Die Vorwürfe gegen den deutschen Arzt sind lang: Ritalin in hohem Ausmass, unvollständige Sozialabgaben, Überbehandlung. Malm werden zudem auch zweifelhafte Methoden und unkollegiales Verhalten zur Last gelegt.

Präsidiert weiterhin eine Praxis

Seit anderthalb Jahren darf Ingo Malm im Aargau nicht mehr als selbstständiger Arzt praktizieren. Im Juni 2014 hatte das Bundesgericht als letzte Instanz den Entscheid der kantonalen Gesundheitsbehörden bestätigt, die Malm die entsprechende Bewilligung entzogen hatten.
Der Verband hält zudem fest, Malm betreibe ohne Berufsbewilligung «in welcher Funktion auch immer nach wie vor eine ärztliche Gruppenpraxis in der Form einer Aktiengesellschaft» im Aargau. Konkret handelt es sich dabei um das Ärztezentrum Mutschellen in Berikon, das als AG konstituiert ist und wo Malm als Verwaltungsratspräsident und als Einzelunterschrifts-Berechtigter fungiert.
Für den Ärzteverband ist dies unbefriedigend. Der Fall zeige exemplarisch, wie beschränkt der Handlungsspielraum des Verbands und der Gesundheitsbehörden sei, wenn es um die Sanktionierung «pflichtwidrigen Verhaltens von Ärzten» gehe. 
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Keine freie Apothekenwahl bei neuen E-Rezepten

Das Teledermatologie-Unternehmen Onlinedoctor stellt neu elektronische Rezepte aus. Diese lassen derzeit aber noch keine freie Apothekenwahl zu.

image

So sieht eine Kinderpraxis mit Design-Preis aus

Eine Solothurner Arztpraxis hat den renommierten Designpreis «Red-Dot-Award» erhalten. Medinside zeigt, wie die preisgekrönte Gestaltung aussieht.

image

Drei Fragen an...die FMH-Präsidentin Yvonne Gilli

Yvonne Gilli möchte sich ihre ärztliche Freiheit nicht mit noch mehr Gesetzen einschränken lassen. Als FMH-Präsidentin könne sie Gegensteuer geben, hofft sie.

image

Dieser Arzt leitet die derzeit grösste mobile Notfallstation

Eine so grosse mobile Notfall-Praxis gab es in der Schweiz noch nie: Sie steht im Pfadilager im Goms und wird von einem versierten Veranstaltungs-Arzt geleitet.

image

Die Doktorhuus-Gruppe hat nun einen ärztlichen Leiter

Die Hausarzt-Gruppe Doktorhuus ernennt einen ärztlichen Leiter: Es ist der Bätterkinder Hausarzt Rolf Zundel. Er hat bereits Erfahrung mit Praxis-Gruppen.

image

Spitalbetreiber eröffnet eine weitere Arztpraxis

In Stein im Kanton Aargau wird das Gesundheitszentrum Fricktal (GZF) eine zusätzliche hausärztliche Praxis betreiben. Derzeit läuft die Rekrutierung von Mitarbeitenden für die ambulante Praxis.

Vom gleichen Autor

image

Ärzte erhalten von Ärzten eine Sonderbehandlung

Ärzte als Patienten kriegen bestimmte Privilegien, die andere Patienten oder Patientinnen nicht erhalten würden. Dies sagt die grosse Mehrheit der in einer Studie befragten Ärzte.

image

Insel Gruppe: Chefarzt Stephan Jakob gibt Leitung weiter

Joerg C. Schefold übernimmt die Klinikleitung der Intensivmedizin am Berner Inselspital. Er folgt auf Stephan Jakob, der in Pension gehen wird.

image

Ärzte greifen während Arbeit zu Alkohol und Drogen

Da die Belastung im Gesundheitswesen hoch ist, erscheinen offenbar Ärzte sogar betrunken oder high zur Arbeit. Dies zumindest geht aus einer Umfrage aus den USA hervor.