Er: 257'957 Dollar, sie: 206'641 Dollar

In den USA verdienen Ärzte in öffentlichen Institutionen deutlich mehr als Ärztinnen. Dies ergab eine Studie der Harvard Medical School. Einzig in der Radiologie gibt es keine Lohnunterschiede.

, 12. Juli 2016, 08:47
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An amerikanischen Medical Schools, die zu öffentlichen Universitäten gehören, verdienen Ärztinnen durchschnittlich 50'000 Dollar weniger als ihre Kollegen. Ein grosser Unterschied blieb auch dann noch bestehen, wenn Faktoren wie Alter und Fachgebiet ausgeklammert wurden. Dies ergab eine neue Studie. 
«Ohne diese Faktoren lassen sich 60 Prozent der Differenz erklären. Bleiben immer noch 40 Prozent des gap», so Studienautor Anupam Jena von der Harvard Medical School in Boston. Die Studie wurde im Fachmagazin Jama Internal Medicine veröffentlicht. 
Sie basiert auf Daten von 24 öffentlichen Medical Schools in den USA, welche die Löhne offenlegen. Die Ärzte in diesen Institutionen verdienen im Durchschnitt 257'957 Dollar, die Ärztinnen kommen auf 206'641 Dollar. 

Gleiche Löhne nur in der Radiologie

Professorinnen der höchsten Hierarchiestufe verdienen in der Regel so viel wie ihre Kollegen auf tieferen Hierarchiestufen. Frauen haben auch eine geringere Wahrscheinlichkeit, den Professorentitel zu erlangen oder Gelder von den National Institutes of Health zu erhalten. Auch waren sie jünger und häufiger spezialisiert auf Innere Medizin, Gynäkologie und Pädiatrie, in denen die Löhne generell tiefer sind. 
Selbst wenn die Faktoren Alter und Fachgebiet ausgeklammert werden, verdienen sie immer noch durchschnittlich 20'000 Dollar weniger als ihre Kollegen.  
Der einzige Bereich, in dem Frauen gleich viel verdienen wie Männer, ist die Radiologie. 
Ein Grund für den Lohnunterschied ist, dass Frauen in Lohnverhandlungen weniger fordern als Männer. Sie sind auch weniger bereit, für eine Lohnerhöhung den Job zu wechseln. 
Zur Studie:
Anupam B. Jena, Andrew R. Olenski, Daniel M. Blumenthal: «Sex Differences in Physician Salary in US Public Medical Schools» - in: «Jama Internal Medicine», 11. Juli 2016
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