Eine Online-Plattform für Mediziner, die etwas anderes suchen

Die Branche wechseln, aussteigen, neue berufliche Wege suchen? Ärzte mit solchen Gedanken treffen sich jetzt auf globalen Netzwerken. Wo dann auch Jobs ausgeschrieben sind.

, 29. Mai 2017, 13:24
image
  • ärzte
  • praxis
  • burnout
  • arbeitswelt
  • trends
Der Titel tönt vielleicht etwas negativ: «Drop Out Club» – Club der Aussteiger.  Aber hier warten wohl viele Chancen. Denn diese Plattform führt Ärzte zusammen, die neue Wege suchen; sei es, weil sie überlastet oder ausgebrannt sind, sei es aus familiären Gründen. Das Projekt ist sehr amerikanisch, nur ein Bruchteil der Teilnehmer sind aus Europa – aber auch ein «Swiss Chapter» gibt es bereits. Und am Ende soll das DOC-Angebot global sein.
Worum geht es? Grundsätzlich können Ärzte hier – auf Wunsch anonym –Probleme aufwerfen, Lösungen diskutieren, Fragen stellen, aber auch nach anderen beruflichen Wegen suchen. In einem Forum wird zum Beispiel nach Tipps gesucht mit Fragen wie: «Ich bin ausgestiegen und suche den Weg zurück in die Medizin. Can anyone give me advice?» Oder: «Ich bin seit 11 Jahren Gynäkologin und angestellt. Jetzt möchte ich eine eigene Praxis eröffnen».

Kandidaten für den Frontwechsel

Der verborgene Reiz: Der «Drop Out Club» ist zugleich ein Portal für Stellenanzeigen. Arbeitgeber, die ausserhalb des klassischen Bereichs nach Medizinern suchen, stossen hier natürlich auf Kandidaten, die leichter zu einem Frontwechsel zu bewegen sind. Und umgekehrt eröffnen sich hier vielleicht Berufsmöglichkeiten, an die man im Spital- oder Praxisalltag gar nicht denkt. Ausgeschrieben sind beispielsweise Jobs aus Sektoren wie Unternehmensberatung, Forschung, Finanzanalyse sowie natürlich aus dem Pharmabereich.
Aber wie gesagt: Der «Drop Out Club» hat sein Schwergewicht in den USA, und das gilt auch für die Stellenangebote. Dass er uns hier interessieren kann, liegt eher daran, dass er wohl einen mögliche Zukunft aufzeigt.
Der Nachrichtendienst «Stat», der jetzt darüber berichtet hat, verwies darauf, dass es ja inzwischen auch diverse Facebook-Gruppen mit demselben Anliegen gibt. Beispielsweise die «Physician Nonclinical Career Hunters» mit derzeit 2'500 Mitgliedern. Der Name ist Programm genug. 
Artikel teilen

Loading

Comment

Home Delivery
2 x pro Woche. Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Spital Thurgau: «Eine Ära geht zu Ende»

Nach 18 Jahren Tätigkeit am Spital Thurgau verabschiedet sich Marc Kohler und geht in Pension. Der CEO übergibt seinen Posten an Rolf Zehnder.

image

Blutvergiftung: Experten geben nationalen Aktionsplan bekannt

Just zum Welt-Sepsis-Tag von heute Dienstag lanciert ein Schweizer Experten-Gremium einen Aktionsplan, der die Behandlung von Menschen mit Sepsis verbessern soll.

image

Gesundheitsökonom: «Ich will den Markt kehren»

Für die alternde Baby-Boomer-Generation brauche es nicht mehr Pflegeheime, sondern mehr Betreuung zu Hause. Das sagt der Gesundheitsexperte Heinz Locher.

image

Synlab – offene Türen zwischen Forschung und Genetik

Synlab ist eines der führenden Labore im Bereich der genetischen Diagnostik. Die Leiterin Genetik Tessin, Dr. Giuditta Filippini, gilt als eine Pionierin in der Präimplantationsdiagnostik in der Schweiz.

image

Begrüssung per Handschlag: Fast zwei Drittel der Ärzte würden verzichten

Beim Händeschütteln sind ärztliche Fachpersonen und medizinische Praxisassistentinnen (MPA) zurückhaltender als ­ihre Patienten. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage aus dem Kanton Bern hervor.

image

Das Fachärztezentrum Glatt hat einen neuen Leiter

Markus Cardell hat am Donnerstag die ärztliche Leitung des Fachärztezentrums Glatt im gleichnamigen Zürcher Einkaufszentrum übernommen.

Vom gleichen Autor

image

Brust-Zentrum Zürich geht an belgische Investment-Holding

Kennen Sie Affidea? Der Healthcare-Konzern expandiert rasant. Jetzt auch in der Deutschschweiz. Mit 320 Zentren in 15 Ländern beschäftigt er über 7000 Ärzte.

image

Wer will bei den Helios-Kliniken einsteigen?

Der deutsche Healthcare-Konzern Fresenius sucht offenbar Interessenten für den Privatspital-Riesen Helios.

image

Deutschland: Investment-Firmen schlucken hunderte Arztpraxen

Medizin wird zur Spielwiese für internationale Fonds-Gesellschaften. Ärzte fürchten, dass sie zu Zulieferern degradiert werden.