«Dass die Marge vor der Gesundheit steht, ist problematisch»

Der Aargauer Regierungsratskandidat Dieter Egli fordert ein Umdenken im Gesundheitswesen.

, 9. Oktober 2020 um 06:50
image
Er kandidiert für den freiwerdenden Sitz seines Parteikollegen Urs Hofmann (SP) in der Aargauer Kantonsregierung. Im Wahlporträt mit der «Aargauer Zeitung» sagt Dieter Egli, er finde es «heikel, die Gesundheitsversorgung nur über den Wettbewerb zu lösen». Verantwortliche aus der Medizin würden zu viel «über Geld» reden: Was lohnt sich, was nicht». Die Gewinnmargen stünden vor den Fragen der Gesundheit. Er finde das problematisch.
Egli spricht gegenüber der Zeitung von einem eigenen Erlebnis im Vorjahr. Damals musste er sich ambulant aber mit Vollnarkose eine Handoperation unterziehen. Das Personal habe seine Arbeit gut gemacht. Gleichwohl habe er sich nach der Operation sich etwas allein gelassen gefühlt.

Mehrkosten für das Gesamtsystem

Er sei mit einem dicken Verband nach Hause geschickt worden. Er habe sich dabei alleine gelassen gefühlt. Im Spital habe niemand für eine Nachbetreuung Zeit gehabt. Egli kritisiert auch, dass das letztendlich für das Gesamtsystem auch nicht günstiger gekommen sei. Mit einer besseren Nachbetreuung vor Ort hätten möglicherweise sogar mehrere nachträgliche Arztbesuche verhindert werden können, meint er.
Die Wahlen im Aargau finden am 18. Oktober statt.
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Schaffhausen: Minus 9,7 Millionen

Auch die Spitäler Schaffhausen schreiben rote Zahlen, vorab wegen ausserordentlicher Abschreibungen.

image

Kantonsspital St. Gallen hat neuen Finanzchef

Bülach, Aarau und jetzt das Kantonsspital St. Gallen. Das sind die Stationen von Martin Banaszak.

image

Oberengadin: Kredit ist «überlebenswichtig»

Die Trägergemeinden des Spitals Samedan sind sich einig: Das Oberengadin braucht eine «qualitativ hochstehende Gesundheitsversorgung».

image

Basel: Adullam-Stiftung engagiert Jörg Leuppi

Der CMO des Kantonsspitals Baselland wird Stiftungsrat bei der Organisation für Altersmedizin.

image

USZ macht Verlust von 49 Millionen Franken

Verantwortlich dafür sind unter anderem inflations- und lohnbedingte Kosten. Zudem mussten Betten gesperrt werden.

image

Auch das KSW schreibt tiefrote Zahlen

Hier betrug das Minus im vergangenen Jahr 49,5 Millionen Franken.

Vom gleichen Autor

image

Covid-19 ist auch für das DRG-System eine Herausforderung

Die Fallpauschalen wurden für die Vergütung von Covid-19-Behandlungen adaptiert. Dieses Fazit zieht der Direktor eines Unispitals.

image

Ein Vogel verzögert Unispital-Neubau

Ein vom Aussterben bedrohter Wanderfalke nistet im künftigen Zürcher Kispi. Auch sonst sieht sich das Spital als Bauherrin mit speziellen Herausforderungen konfrontiert.

image

Preisdeckel für lukrative Spitalbehandlungen?

Das DRG-Modell setzt Fehlanreize, die zu Mengenausweitungen führen. Der Bund will deshalb eine gedeckelte Grundpauschale - für den Direktor des Unispitals Basel ist das der völlig falsche Weg.