Damit die Blutabnahme kein Stress mehr ist

Ist dies die Lösung für ein Dauerproblem des medizinischen Alltags? Ein neues Gerät soll es kinderleicht machen, die Nadel richtig zu setzen.

, 12. Februar 2016, 10:00
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Es heisst «VeinViewer», und wie der Name schon sagt, hilft das Gerät vor allem dabei, die Venen sichtbar zu machen – quasi dreidimensional: Es streut Licht im Nahinfrarot-Bereich auf die Haut – Licht, das wiederum vom Hämoglobin des Blutes absorbiert wird. Die Venen erscheinen also dunkel, während die Umgebung besser sichtbar wird.
Die Lichttechnologie des VeinViewer, entwickelt vom Medtech-Konzern Christie Medical Holdings in Texas, gibt den Venen sogar einen 3D-Eindruck. Laut den Entwicklern konnte die Erfolgsrate – also die perfekte Einführung einer Nadel beim ersten Mal – mit dem Gerät fast verdoppelt werden.
Wobei: Die nächste Stufe kommt bald auch auf den Markt. Ganz nach dem Prinzip: Wieso Menschen, wenn es auch perfekte Roboter hat?
Mithilfe einer Infrarot-Kamera plus Ultraschall findet dieser Roboter-Prototyp die Venen der Patienten – und führt dann eine Nadel an die angepeilte Stelle. Entwickelt wurde das Gerät von der Firma Vasculogic in New Jersey, mit Unterstützung der National Science Foundation:


Laut Angaben der Entwickler trifft der Blutentnahme-Roboter derzeit in 83 Prozent aller Fälle – was in etwa der «Erfolgsquote» erfahrener Mediziner entspricht. Jetzt soll der Wert auf 90 Prozent gebracht werden.
Auch andere Unternehmen tüfteln an der High-Tech-Phlebotomie. Die Firma Veebot, gegründet von ehemaligen Stanford-Studenten im Silicon Valley, präsentierte bereits 2013 einen Apparat, welcher mit Ultraschall nach Venen sucht und erfolgreich Nadeln stecken kann. Hier sehen Sie, wie er funktioniert:


Derzeit wird die Vermarktung vorbereitet. Und wenn es dann soweit ist, folgt ein weiterer wichtiger Test: Wie sehr akzeptieren die Patienten solch einen Stech-Roboter?

  • Bilder: PD | Christie Medical Holdings

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