Deshalb wird der Spitalbesuch günstiger

Bundesrat regelt Spitalkostenbeitrag neu. Müssen die Kassen nun Millionen-Rückzahlungen für die vergangenen Jahre leisten?

, 12. Juni 2020 um 11:47
image
  • spital
  • gesundheitskosten
  • versicherer
  • politik
  • bundesrat
  • kvg
  • kvv
Bei einem Spitalaufenthalt müssen sich Patientinnen und Patienten an den Kosten beteiligen. Dies mit 15 Franken pro Tag. Bisher war allerdings nicht ganz klar, wie die Anzahl der Tage für die Berechnung der Spitalkostenbeitrags zu berechnen ist. Um «Klarheit über die Anzahl der zu bezahlenden Tage zu schaffen», hat der Bundesrat eine Präzisierung der Krankenversicherungsverordnung (KVV) in die Vernehmlassung geschickt.
Der Bundesrat will die KVV dahingehend präzisieren, «dass die Versicherten den Spitalbeitrag weder für den Austrittstag noch für die Urlaubstage leisten müssen». Die neue Regelung des Spitalkostenbeitrags führt gemäss der Regierung zu Mehrkosten bei den Versicherern von maximal 22 Millionen Franken pro Jahr.

Lob von Patientenvertreterin

Erfreut zeigt man sich bei der Stiftung für Konsumentenschutz. Geschäftsleiterin Sara Stalder kommentiert den Entscheid wie folgt: «Seit dem Gerichtsurteil vor einem Jahr war klar, dass die vom BAG empfohlene Berechnung der Spitalbeiträge unzulässig ist. Wir begrüssen, dass der Bundesrat nun reagiert und diesen Missstand beheben will.» 
Gleichzeitig nimmt Stalder die Kassen in die Pflicht: «Die Krankenkassen haben Patienten jahrelang unzulässige Spitalbeiträge in Millionenhöhe verrechnet. Der Konsumentenschutz fordert, dass diese den Betroffenen rückerstattet werden.»
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Das Spital Uster kehrt in die Gewinnzone zurück

Eine Fusion mit dem angeschlagenen Nachbarspital Wetzikon stehe nun nicht mehr zur Diskussion.

image

«Die Spitäler sind selber schuld»

Santésuisse-Präsident Martin Landolt über defizitäre Spitäler, den Tardoc-Streit, ambulante Pauschalen und unnatürliche Kooperationen.

image

Neue Direktorin für das Spital Nidwalden

Ursina Pajarola ist ab Oktober die Direktorin des Spitals Nidwalden. Sie leitet derzeit noch eine Altersresidenz.

image

Deshalb bauten die Stararchitekten das neue Kispi

Seid ihr noch bei Trost, fragte sich ein SVP-Politiker beim Anblick des neuen Kinderspitals Zürich. Es gibt aber Gründe für den exklusiven Bau.

image

Swissmedic und BAG müssen Frauen mehr berücksichtigen

Frauen haben andere Gesundheitsrisiken als Männer. Deshalb müssen Swissmedic und das BAG nun etwas ändern.

image

KPT will nur noch einen Krankenkassenverband

Nach ihrem Austritt aus Curafutura will die KPT nicht zur Konkurrenz Santésuisse. Sondern einen einzigen Verband.

Vom gleichen Autor

image

Covid-19 ist auch für das DRG-System eine Herausforderung

Die Fallpauschalen wurden für die Vergütung von Covid-19-Behandlungen adaptiert. Dieses Fazit zieht der Direktor eines Unispitals.

image

Ein Vogel verzögert Unispital-Neubau

Ein vom Aussterben bedrohter Wanderfalke nistet im künftigen Zürcher Kispi. Auch sonst sieht sich das Spital als Bauherrin mit speziellen Herausforderungen konfrontiert.

image

Preisdeckel für lukrative Spitalbehandlungen?

Das DRG-Modell setzt Fehlanreize, die zu Mengenausweitungen führen. Der Bund will deshalb eine gedeckelte Grundpauschale - für den Direktor des Unispitals Basel ist das der völlig falsche Weg.