Alarmierend: Bis zu 15 Prozent weniger IPS-Personal

Am Point-de-Presse des BAG war die Situation in der Pflege ein Hauptthema: Seit der Corona-Krise mangelt es an Pflegepersonal auf den Intensivstationen.

, 5. Oktober 2021, 13:38
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Die starke Belastung des Gesundheitspersonals zeigt seine Folgen. Seit Beginn der Pandemie gibt es gegenüber der Vor-Corona-Zeit 10 bis 15 Prozent weniger Pflege-Kapazitäten auf den Intensivstationen.
Konkrete Zahlen gibt es dazu nicht. Allerdings gebe es Hinweise aus verschiedensten Regionen, wo Personal wegen der Überlastung das Pensum reduziert habe oder ganz aus dem Beruf ausgestiegen sei, sagte Roswitha Koch, Leiterin Bereich Pflegeentwicklung und Internationales beim Pflegeverband am Dienstag in Bern an einer Medienkonferenz des Bundesamtes für Gesundheit (BAG). 
Auch in der Kinder- und Jugendpsychiatrie gebe es schon lange einen Mangel an Fachkräften, sagte Philipp Luchsinger, Präsident mfe Haus-und Kinderärzte Schweiz. Es wäre jetzt besonders wichtig, diese Dienste auszubauen, sagte er. «Wir hoffen, dass das bei den Kantonen Gehör findet und man merkt, dass die Jugendlichen gefährdet sind.»

Pflegebranche warnt vor Ungleichbehandlung von Patienten

Der Bundesrat soll das Gesundheitswesen mit oberster Priorität behandeln und Patienten dürfen nicht zurückgesetzt werden, Covid-19 hin oder her. Das fordert der Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SBK).
Es dürfe nicht mehr vorkommen, dass Krebsbehandlungen verschoben werden wegen der Corona-Pandemie, so Roswitha Koch weiter. 
Wegen der höheren Arbeitsbelastung hätten rund zehn Prozent der Angestellten den Pflegeberuf aufgegeben. Das könne dazu führen, dass Bettenabteilungen geschlossen werden, warnte Koch.
Die Covid-19-Impfung sei die wirksamste Methode, sich selber, die anderen und auch das Gesundheitswesen zu schützen. Weitere Lockdowns würden die psychische Belastung der Bevölkerung weiter steigern, Jugendliche seien schon heute stark betroffen. Und die Beratungsstellen seien überfordert, sagte Koch. (SDA/ejo)

Abstimmung über die Volksinitiative für eine starke Pflege am 28. November 2021

Am 29. November 2017 wurde die Pflegeinitiative eingereicht, um auf politischer Ebene bessere Arbeitsbedingungen für die Pflege zu erreichen.
Braucht es die Pflegeinitiative, um dem drohenden Fachkräftemangel in der Pflege zu begegnen, oder ist dafür der indirekte Gegenvorschlag geeignet? Das schreiben die Verbände Spitex Schweiz, CURAVIVA Schweiz, Association Spitex privée Suisse ASPS und senesuisse in ihrer Mitteilung. Sie befürworten den indirekten Gegenvorschlag: Dieser nehme die berechtigten Ziele des Initiativtexts der Pflegeinitiative auf, sei nicht mehr Gegenstand politischer Auseinandersetzungen und daher rascher umsetzbar als der Weg über die Verfassung. 
«Der indirekte Gegenvorschlag des Parlaments ist ein Schritt in die richtige Richtung. Aber er reicht nicht aus, um die pflegerische Versorgung auch in Zukunft sicherzustellen. Denn er enthält keine Massnahmen, damit sich die Arbeitsbedingungen verbessern und die Patientensicherheit gestärkt wird», schreibt der SBK auf seiner Internetseite.
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