Auch Santésuisse fordert Festbeträge für Generika

Verschreiben Ärzte schon bald Wirkstoffe anstatt Medikamente? Der Verband der Krankenversicherer unterstützt den vom Preisüberwacher vorgeschlagenen Systemwechsel bei Generika. Damit könnten 400 Millionen Franken gespart werden.

, 7. Oktober 2015, 08:25
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Generika sind in der Schweiz mehr als doppelt so teuer wie im europäischen Ausland. Dies zeigte Preisüberwacher Stefan Meierhans in seinem Generika-Auslandpreisvergleich auf. Zudem haben Generika im Vergleich zu den patentgeschützten Medikamenten einen geringen Marktanteil von nur 24 Prozent in der Schweiz. Dies im Gegensatz zu den Niederlanden, wo der mengemässige Marktanteil der Generika im kassenpflichtigen Markt über 50 Prozent beträgt. 

Fixe Summe pro Wirkstoff

Die hohen Generikapreise und der geringe Marktanteil führen in der Schweiz gemäss dem Krankenkassenverband Santésuisse zu Mehrkosten von 400 Millionen Franken, die von der Krankenversicherung finanziert werden. «Das darf nicht sein», schreibt Santésuisse in einer Mitteilung
Damit die Generikaperise nachhaltig günstiger werden, brauche es neue Regeln für die Preisfestsetzung, die vom Bund vorgeschrieben werden. Pro Wirkstoff sollen Kassen nur noch eine fixe Summe vergüten, der Festbetrag soll sich nach dem günstigsten Angebot richten. Patienten, die ein anderes Medikament mit demselben Wirkstoff wünschen, dessen Preis über dem Festpreis liegt, sollen die Differenz selber bezahlen. Die Arzneiverschreibung würde damit neu auf der Wirkstoffbezeichnung beruhen. 

Sparpotenzial rasch ausschöpfen

Die Niederlanden und die meisten europäischer Länder nutzen das System der Festpreise gemäss Santésuisse bereits seit Jahren erfolgreich. «Es gibt ein grosses Sparpotenzial, das rasch realisiert werden kann», sagt Santésuisse-Direktorin Verena Nold. «Wir erwarten, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen zügig geschaffen werden und dass sich diese an Ländern orientiert, die das bewährte System schon lange anwenden». 


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