Antoine Hubert kauft die Linde

Also doch: Das Swiss Medical Network will die Bieler Privatklinik Linde kaufen. Der Verwaltungsrat der Linde empfiehlt den Aktionären – zum grossen Teil Ärzte –, das Angebot anzunehmen.

, 18. Mai 2017, 08:04
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Ein endloses Gerücht wird wahr: Die Bieler Privatklinik Linde soll Teil des Swiss Medical Networks werden. Überraschend ist dabei weniger der Kaufwille des übernahmehungrigen Antoine Hubert. Neu ist vielmehr ist die Tatsache, dass sich der Verwaltungsrat der Linde nicht mehr dagegen sträubt und den Aktionären empfiehlt, das Angebot anzunehmen.

35 Prozent über aktuellem Kurs

Dem Swiss Medical Network ist das Spital Linde 87,5 Millionen Franken wert. Pro Aktie werden 2500 Franken in bar geboten. Am Montag wurden auf der OTC-X Linde-Aktien zu einem Kurs von 1850 Franken gehandelt. Seither fanden auf der Handelsplattform der Berner Kantonalbank (BEKB) keine Transaktionen mehr statt. 
Dass aber etwas im Busch ist, muss den Investoren bekannt gewesen sein. Medinside berichtete darüber am 18. April 2017. Im laufenden Jahr wurden bereits Linde-Aktien im Wert von über 500'000 Franken umgesetzt. Im ganzen 2016 waren es bloss 395'000 Franken gewesen.

Die Wahl: Aevis-Aktien oder bar auf die Hand

Statt das Geld bar zu beziehen, haben die Aktionäre der Linde Holding auch die Möglichkeit, für eine Aktie der Linde Holding 49,73 Namenaktien der Aevis-Victoria zu übernehmen. Das entspricht einem Gegenwert von 2890 Franken. Aevis-Aktien übernehmen und gleich wieder verkaufen? Das geht nicht. Sie unterliegen einer Sperrfrist bis Ende 2017.
Der Verwaltungsrat der Privatklinik Linde hat sich zudem dazu verpflichtet, die von Swiss Medical Network erworbenen Aktien ins Aktienregister eintragen zu lassen, sollten mehr als 50 Prozent angedient werden. Diese Zustimmung ist nötig. Laut Statuten hat der Verwaltungsrat das Recht, die Eintragung von Aktien ohne Gründe abzulehnen, sobald die Beteiligung 3 Prozent des Aktienkapitals übersteigt.

16 Spitäler, bald dürften es 17 sein

Swiss Medical Network ist eine der beiden führenden Privatspitalgruppen. Sie umfasst heute 16 Privatspitäler, zählt rund 1'780 Belegärzte und beschäftigt 2'950 Mitarbeitende.
Die Linde hat als Schwerpunkt Chirurgie, Orthopädie, Traumatologie, Onkologie, Radiologie und Frauenmedizin. Die  Privatklinik Linde beschäftigt über 400 Mitarbeitende und arbeitet mit rund 90 Belegärzten zusammen.
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