Onkologie: USZ intensiviert Zusammenarbeit mit Roche Diagnostics

Das Universitätsspital Zürich, die Uni Zürich und Roche entwickeln künftig gemeinsam Algorithmen, welche die Wirksamkeit von Immuntherapien verbessern sollen.

, 18. Dezember 2023 um 09:15
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KI-basierte Segmentierung von Melanom-Metastasen in einem Tumor  |  Bild: USZ.
Bei den Immuntherapien spricht eine bedeutende Zahl der Patientinnen und Patienten nicht an. Entscheidend ist hier das Zusammenspiel von Tumor und Tumorumgebung auf Zellebene: Es verhält sich bei jedem Patienten individuell.
Das USZ, die Universität Zürich und Roche forschen in diesem Feld seit langer Zeit zusammen. Nun erweitert das Trio seine Kooperation im Morphomolecular Pathology Laboratory. Dieses voll digitalisierte Labor führt einen Forschungsansatz weiter, der auf der bisherigen Zusammenarbeit im TumorProfiler-Projekt aufbaut.
Dabei wurden maligne Melanome mit verschiedenen molekularbiologischen Methoden untersucht. Die Forscher konzentrierten sich auf das Verstehen der DNA, der RNA und der Proteine der einzelnen Tumorzellen und deren Umgebung. In dieser Tumor-Mikroumgebung spielen Immunzellen eine wichtige Rolle für das Ansprechen auf eine Behandlung – und darunter auch CD8 T Zellen.

Wissen, wer anspricht

Dabei wird unterschieden zwischen Tumoren, die keine, wenig oder viele dieser CD8 T Zellen in ihrer Umgebung haben. Die möglichst genaue Typisierung und Klassifikation der Tumoren durch die Bestimmung dieser Immunzellen könnte deshalb einen wichtigen Faktor für die Wahl der besten Therapie darstellen.
Das Morphomolecular Pathology Laboratory hat sich zum Ziel gesetzt, die Reaktion des Immunsystems gegen den Tumor besser zu quantifizieren. Dafür nutzt es Daten des TumorProfiler-Projekts, um Algorithmen zu entwickeln und zu trainieren, welche die Immunzellen effizienter und genauer messen.
«Unsere Hoffnung ist, dass wir mithilfe dieser Algorithmen in Zukunft schneller wissen, wie ein Patient auf die Immuntherapie anspricht und wir so für jeden Patienten und jede Patientin die individuell wirksamste Behandlung bestimmen können», sagt Viktor Kölzer, Oberarzt am Institut für Pathologie und Molekularpathologie am USZ und Professor für digitale Pathologie an der UZH.

Bald weiteres Projekt

Im Morphomolecular Pathology Laboratory arbeiten die drei Institutionen mit Federated Learning, einem Ansatz, der das Training von Algorithmen an verschiedenen Standorten ermöglicht, ohne die Datensicherheit zu beeinträchtigen.
Er sei zuversichtlich, «dass uns mit dem Morphomolecular Pathology Laboratory entscheidende Verbesserungen der Krebsbehandlung gelingen können», so Kölzer.
Nicht nur in der digitalen Pathologie, sondern auch in der klinischen Onkologie setzen die Partner auf Kollaboration: In Kürze werde eine weitere Kollaboration zur personalisierten Onkologie zwischen dem USZ und Roche veröffentlicht, so die Mitteilung.
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