Preis der Herzstiftung an USB-Kardiologen
Der Forschungspreis 2025 der Schweizerischen Herzstiftung geht an den Jasper Boeddinghaus. Der Kardiologe am Universitätsspital Basel hat ein Verfahren entwickelt, mit dem man mit KI den Herzinfarkt rascher und genauer diagnostizieren oder ausschliessen kann. Die Basis bildet dabei der Troponin-Test. Heute wird bei zu vielen Patientinnen und Patienten ein Herzinfarkt vermutet, da diese Tests hochsensibel sind. Und sie arbeiten mit festen, für alle gültigen Grenzwerten.
Nur: Ältere Menschen oder Personen mit chronischen Nieren- oder Herzerkrankungen haben dauerhaft höhere Troponin-Werte.
Um die Wahrscheinlichkeit eines Herzinfarkts mittels Troponin-Werten besser einschätzen zu können, hat Jasper Boeddinghaus einen neuen Algorithmus entwickelt. Dabei werden Faktoren «hineingerechnet», die den Troponin-Wert beeinflussen – etwa Alter, Geschlecht und Nierenfunktion, aber auch das EKG.
Die KI, die Jasper Boeddinghaus mit einem Team der Universität Edinburgh trainierte, erhielt Daten von 20'000 Patientinnen und Patienten. Am Ende konnte der neue Algorithmus Herzinfarkte genauso sicher diagnostizieren wie das herkömmliche Verfahren. Vor allem: Er erkennt mehr Patienten, die ein tiefes Risiko haben und bei denen man einen Herzinfarkt ausschliessen kann.
Zudem ist das Verfahren flexibler. Bislang braucht es zwei zeitlich klar festgelegte Troponin-Messungen. Neu reicht eine einzige Troponin-Messung aus oder eine zusätzliche innerhalb der nächsten 24 Stunden.
Dies dürfte die Betreuung der Betroffenen auf der Notfallstation verbessern – und obendrein die Spitäler entlasten.