Immer mehr Pillen – und immer mehr Komplementär-Medizin

Der Gebrauch von Schmerzmitteln hat sich in den letzten drei Jahrzehnten verdoppelt. Der Gebrauch von Physiotherapie ebenfalls. Und so weiter.

, 29. Januar 2024 um 23:00
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Ob TCM oder Schulmedizin-Tabletten: Hauptsache mehr  |  Bilder: Hal Gatewood on Unsplash — NoonBrew on Unsplash.
Der Gebrauch von Medikamenten ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen: Dies lässt sich aus der Schweizerischen Gesundheitsbefragung entnehmen, deren jüngste Ergebnisse am Montag veröffentlicht wurden.
Im letzten Stichjahr hatte danach mehr als die Hälfte der Bevölkerung (55 Prozent) in den sieben Tagen davor ein Medikament eingenommen. Dieser Wert steigt seit 30 Jahren stetig an, stellt des Bundesamt für Statistik fest.
Insbesondere der Gebrauch von Schmerzmitteln legte zu: Die Quote kletterte hier von 12 Prozent im Jahr 1992 auf 26 Prozent im Jahr 2022 gestiegen.
Die Resultate der Schweizerischen Gesundheitsbefragung umfassen über hundert Aspekte, greifbar in 110 Tabellen. Dabei wurden in der Regel rund 15'000 bis 20'000 Personen befragt.
Offensichtlich wird dabei, dass medizinische Dienstleistungen allgemein intensiver nachgefragt werden – viel intensiver. Und dies quer durch den Angebotsgarten.
  • Auf die Frage, ob man im vergangenen Jahr wegen Gesundheitsproblemen bei einem Psychologen war, antworteten zuletzt 9,8 Prozent mit Ja. Vor dreissig Jahren, 1992, war der Wert bei 2,6 Prozent gelegen.
  • Auf die Frage, ob man in den letzten 12 Monaten Komplementärmedizin beansprucht habe, sagten nun 30,4 Prozent Ja. Als die Bundes-Statistiker 2002 dieselbe Frage erstmals stellten, war der Ja-Anteil halb so gross – er lag bei 16 Prozent.
  • Auf die Frage, ob man im vergangenen Jahr in einer Physiotherapie war, antworteten zuletzt 22,6 Prozent mit Ja. 1997 war die Quote noch bei 13,7 Prozent gelegen.
  • Nächstes Beispiel: 9,3 Prozent der Menschen über 40 meldeten 2022, dass sie in den 12 Monaten davor eine Darmspiegelung durchführen liessen. 2007 hatte die Quote noch 4,7 Prozent betragen.
  • Und bei der Grippeimpfung stieg der Wert von 10,9 Prozent im Jahr 1997 auf 17,2 Prozent im Jahr 2022 (die in den 12 Vormonaten so eine Impfung machen liessen).
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