In der Schweiz gibt jede zwölfte Person an, Hörprobleme zu haben. Nimmt man nur die Erwachsenen, so ist jeder Zehnte betroffen.
Ein Fazit daraus: Weniger hören wird lange unbehandelt akzeptiert – trotz negativer Auswirkungen auf Gesundheit oder beruflichen Werdegang.
Einige Ergebnisse en détail:
- Wenig Vorsorge: 35 Prozent der Bevölkerung hat in den letzten fünf Jahren einen Hörtest gemacht. 44 Prozent liessen sich noch gar nie testen.
- Arten der Hörminderung: 31 Prozent der Betroffenen haben eine milde, 51 Prozent eine moderate, 14 Prozent eine schwere und 4 Prozent eine profunde Hörminderung.
- Die «Wer bezahlt?»-Frage: Die Mehrheit der Personen, die ihre Hörminderung nicht versorgen lassen, nimmt an, dass sie keine Vergütungen durch Dritte erhalten.
- Hilfreich im Job: Auf der anderen Seite meinten 95 Prozent der befragten Hörgerätebesitzer, dass das Gerät hilfreich im Arbeitsleben sei und ihre Arbeitsmarktfähigkeit steigert.
- Junge vermeiden Hörgeräte: 41 Prozent der Menschen mit einer Hörminderung tragen ein Gerät. Dabei variiert die Quote stark nach Altersgruppe: Während 54 Prozent der über 65jährigen ihren Hörverlust versorgen lassen, sind es in der Altersgruppe 45-64 Jahre noch knapp 25 Prozent und bei den unter 44-jährigen nur noch rund 18 Prozent.
- Stigma oder nicht? Dies lässt ahnen, dass dem Hörgerät – im Gegensatz zur Brille – noch ein gewisses Stigma anhaftet. Oder zumindest, dass viele dies glauben. Die Umfrage des HSM meldet hier allerdings Widerspruch an: Denn 95 Prozent der befragten Hörgeräte-Träger gaben an, dass sie nie oder selten Zielscheibe von Gespött oder Ausgrenzung sind. Eher scheint das Gegenteil der Fall: Jeder fünfte der Befragten ohne Hörgerät fühlt sich gelegentlich gehänselt oder ausgegrenzt.