Forscher am Universitätsspital Kalifornien in San Francisco (
UCSF) wollten dem Abfall nach einer Operation ein Preisschild verpassen. Sie beobachteten deshalb über ein Dutzend Chirurgen bei insgesamt fast 60 neurochirurgischen Eingriffen.
Ihr Fazit: Das Spital könnte pro Jahr umgerechnet rund 3 Millionen Franken einsparen. Denn im Durchschnitt wurden medizinische Einweg-Produkte im Wert von rund 1'000 Franken «verschwendet», wie die Wissenschaftler berechneten. Der Anteil betrug jeweils etwa 13 Prozent der gesamten operativen Kosten.
Keine Korrelation erkennbar!
Am häufigsten waren relativ günstige Produkte: Schwämme, Tücher, Handschuhe oder Nähte. Aber auch teure Gegenstände wie 4’000 Franken teure «Surgifoam» oder Schrauben und Dichtstoffe. Denn sind diese einmal geöffnet, müssen sie entsorgt werden.
Die Studie zeigte zudem, dass es bei Tumoroperationen zu viel mehr Abfall kommt als etwa bei einer Wirbelsäule-OP. Und es gebe schliesslich auch grosse Unterschiede zwischen Chirurgen, heisst es weiter; eine Korrelation konnten die Autoren allerdings nicht erkennen. Und: Erfahrene Chirurgen waren übrigens nicht unbedingt sparsamer.
Jetzt gibt's eine Rangliste
Der Grund für den Abfall erklärt James Yoon, einer der Autoren, wie folgt: «Wir versuchen bei Operationen optimal vorbereitet zu sein. Aber es gibt eine Menge Dinge, die wir nicht vorhersehen können. Und genau dort kommt es zu Abfall»,
sagt er der Plattform «Modern Healthcare».Aus der im Fachmagazin «Journal of Neurosurgery» publizierten Studie hat das Spital nun Massnahmen ergriffen. Das UCSF erstellt für die Neurochirurgie, orthopädische Chirurgie und HNO eine monatliche Rangliste. Dort ist ersichtlich, wieviel Abfall-Kosten der jeweilige Chirurg im Vergleich zu anderen Chirurgen bei der gleichen OP verursacht.