Es war ein «umfassendes Auswahlverfahren mit mehreren Kandidatinnen und Kandidaten», schreibt das Kantonsspital St.Gallen (KSSG) in einer Mitteilung an die Medien. Auf Antrag der Geschäftsleitung des Kantonsspitals als Chefarzt der Klinik für Neurologie gewählt hat der Verwaltungsrat der Spitalverbunde Professor Gian Marco De Marchis. Der 43-Jährige ist der Nachfolger von Professorin Barbara Tettenborn, die Ende Februar 2023 pensioniert wird.
Der gebürtige Tessiner arbeitet seit 2014 am Universitätsspital Basel (USB). Als Leitender Arzt der Klinik für Neurologie ist er dort unter anderem verantwortlich für das Team der Notfallneurologie (Leitung) und der Stroke Unit (Stv. Leitung).
Sein klinischer Hauptschwerpunkt liegt in seiner langjährigen kaderärztlichen Tätigkeit im Schlaganfallzentrum. Der Schlaganfall, insbesondere dessen Akutbehandlung und frühe Rückfallprävention, steht auch im Fokus seiner Forschung.
Werdegang des jungen Professors
Der neu gewählte Chefarzt schloss sein Medizinstudium 2004 an der Universität Bern ab. Nach einer medizinischen Grundausbildung im Ospedale La Carità in Locarno wechselte Gian Marco De Marchis 2007 ans Inselspital Bern, wo er sich zum Neurologen weiterbilden liess.
2012 erlangte er den FMH-Facharzttitel in Neurologie. Die Venia Docendi für das Gebiet Neurologie wurde ihm 2015 und die Titularprofessur 2021 durch die Universität Basel verliehen.
Dank eines Stipendiums des Schweizerischen Nationalfonds verbrachte er von 2012 bis 2013 einen Forschungsaufenthalt am Columbia University Medical Center in New York, USA. Gleichzeitig absolvierte er in der Mailman School of Public Health den Master of Science (MSc) in Patient-Oriented Clinical Research.
De Marchis ist seit 2019 Vorstandsmitglied der Schweizerischen Hirnschlaggesellschaft. Seit 2020 ist er zudem im Guideline Board der European Stroke Organisation. Er ist zudem Principal Investigator der prospektiven Kohortenstudie «Atherogenic Lipoproteins in Ischemic Stroke – the AGELESS Study», unterstützt durch den Schweizerischen Nationalfond und Autor von mehr als 120 wissenschaftlichen Publikationen.