Nach eineinhalb Jahren beendet das See-Spital die hausärztliche Sprechstunde am Standort Kilchberg. Ab 1. Januar 2020 bietet das Spital keine Walk-in-Praxis mehr an, wie das Spital mitteilt. Die Praxis für ambulante Behandlungen wurde im Sommer 2018 eröffnet – auf Grund eines sich anbahnenden Versorgungsengpasses,
wie auch Medinside berichtete. Hausärzte in der Region hatten das Projekt damals aber stark kritisiert. Als «eine völlige Fehlplanung», «reine Geldmacherei» oder «überflüssig und ineffizient» wurde die Idee bezeichnet. Es brauche keine neuen Praxen mehr.
Es drängt sich deshalb die Frage nach einem Zusammenhang zwischen dem Knatsch und der Schliessung auf? Die Bezirksärztegesellschaft und die Leitende Ärztin der Praxis wollten
auf Anfrage der «Zürichsee-Zeitung» keine Stellungnahme abgeben und verweisen auf ein Stillschweigeabkommen.
Leitende Ärztin hat gekündigt
«Ausschlag für die Einstellung der hausärztlichen Sprechstunden hat die Kündigung der leitenden Ärztin der See-Spital-Praxis gegeben», wird Spitalsprecher Christian Bretscher in der Zeitung zitiert.
Viviane von Orelli habe sich entschieden, eine eigene Praxis zu eröffnen und das Spital auf Ende Jahr zu verlassen. Die Situation mit den Hausärzten hat laut Bretscher nur im Hintergrund eine Rolle gespielt.
Die Räume der
See-Spital-Praxis sollen künftig für Patientengespräche von externen Fachärzten zur Verfügung stehen. Gynäkologische und psychosomatische Sprechstunden finden bereits statt, für weitere medizinische Gebiete sind solche in Planung.