Sollen die Eingriffe der Hochspezialisierten Medizin und sollen Hochrisiko-Operationen stärker zentralisiert werden? Einen Beitrag dazu – und zur ganzen
Mindestfallzahlen-Debatte – liefern jetzt Forscher des des Kantonsspitals St.Gallen unter Leitung von
Ulrich Güller; er ist stellvertretender Chefarzt an der Klinik für medizinische Onkologie/Hämatologie.
Untersucht wurden dabei die Daten von 18'000 Krebspatienten: 1'487 litten unter Speiseröhrenkrebs; 4'404 unter Magenkrebs, 2'668 unter Bauchspeicheldrüsenkrebs und 9'743 unter Mastdarmkrebs. Güller et al. verglichen die Sterberate nach den Eingriffen, wobei einerseits die Zentren mit grossen Patientenzahlen, andererseits kleinere Spitäler getrennt wurden.
Bei Operationen mit Rektalkrebs lag die Sterberate in grossen Institutionen um 29 Prozent tiefer als in kleinen Spitälern. Bei Magenkrebs waren die Ergebnisse in grossen medizinischen Zentren um 32 Prozent, bei Speiseröhrenkrebs um 49 Prozent und bei Bauchspeicheldrüsenkrebs gar um 68 Prozent besser als bei kleineren Spitälern.
Die Mortalität wurde dabei definiert als Tod des Patienten im Rahmen des stationären Aufenthaltes. Konkret erreichte sie
- bei Speiseröhrenkrebs 6,3 Prozent in low-volume hospitals sowie 3,3 Prozent in high-volume hospitals,
- bei Magenkrebs 4,9 Prozent in low-volume hospitals sowie 3,3 Prozent in high-volume hospitals,
- bei Pankreaskrebs 5,4 Prozent in low-volume hospitals sowie 2,0 Prozent in high-volume hospitals,
- bei Mastdarmkrebs 2,4 Prozent in low-volume hospitals sowie 1,6 Prozent in high-volume hospitals.