Ja, in bestimmten Bereichen. Das haben Wissenschaftler vom Salk Institute in Kalifornien bei einem Experiment festgestellt. Das Team um
Juan Carlos Izpisua Belmonte hatte dabei gentechnisch veränderte Mäuse «hergestellt», die Wasser mit einem speziellen Wirkstoff trinken mussten.
Dabei konnten die Forscher beweisen, dass eine Verjüngung von Zellen und auch von ganzen Organismen erfolgen kann – wenn man sie sorgfältig dosiere und moduliere. Sie berichteten nun im Fachmagazin «Cell» über ihr Experiment.
Juan Carlos Izpisua Belmonte et al.: «In Vivo Amelioration of Age-Associated Hallmarks by Partial Reprogramming», in: «Cell», November 201630 Prozent Verlangsamung
Laut den Wissenschaftlern lasse sich tatsächlich «eine Verlangsamung des Alterungsprozesses um 30 Prozent bewirken», speziell an den Organen und an der Regeneration des Muskelgewebes.
Natürlich seien Mäuse keine Menschen. «Aber diese Studie zeigt, dass die Alterung ein sehr dynamischer und plastischer Prozess ist und daher für therapeutische Interventionen besser geeignet ist als wir bislang dachten», so Belmonte weiter.
Biologische Uhr bald zurückdrehen
Auch Experten, die nicht an der Forschung beteiligt waren, zeigten sich
laut einem Bericht in der Zeitung «New York Times» beeindruckt von der Arbeit. Der Tenor: Die neuen Erkenntnisse für die biologische Alternsforschung könnten von grosser Bedeutung sein.
Die Forscher des Salk Institute nehmen zwar an, dass der Ansatz zur Verjüngung beim Menschen beitragen könnte. Bis jedoch klinische Studien durchgeführt werden könnten, dauere es mindestens noch zehn Jahre. Doch: Unmöglich ist es den Wissenschaftlern zufolge im Licht der neuen Ergebnisse nicht.
Zellen umprogrammieren
Schon vor rund zehn Jahren gelang es dem japanischen Stammzellen-Forscher Shinya Yamanaka das Gesetz des Alterns mit einem Trick zu überwinden – zumindest bei Zellen. Er konnte zeigen, dass sich erwachsene, ausdifferenzierte Zellen durch Umprogrammierung mittels vier Genen wieder verjüngen lassen – zu sogenannten «induzierten pluripotenten Stammzellen» (iPS-Zellen). Dafür erhielt Yamanaka 2012 den Medizinnobelpreis. Bisherige Versuche, die Yamanaka-Faktoren in allen Zellen eines Organismus zu aktivieren, waren allerdings gescheitert.
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