Männer, die täglich Aspirin einnehmen, haben ein fast doppelt so hohes Melanom-Risiko als Männer, die nicht täglich Acetylsalicylsäure schlucken. Dies geht aus einer Studie der Universität Northwestern hervor. Bei Frauen hingegen konnte kein erhöhtes Risiko nachgewiesen werden.
Ein Grund für das doppelt so hohe Risiko bei Männern könnte eine geringere Menge vor Hautkrebs schützender Enzyme sein, etwa Superoxid-Dismutase und Katalase, wie die Forscher vermuten.
«Niedrigere Konzentrationen dieser Enzymen deuten darauf hin, dass ein höheres Niveau der resultierenden oxidativen Zellschädigung bei Männern zur Entstehung von Melanomen beitragen könnte», wird Co-Studienautorin Beatrice Nardone von der Northwestern School of Medicine
in einer Mitteilung zitiert.Erhöhtes Risiko nur bei Männern nachgewiesen
Das Ergebnis bedeute aber nicht, dass Männer die Aspirin-Therapie absetzen sollten, um das Risiko eines Herzinfarkts zu senken, so die Dermatologie-Professorin weiter. Man müsse sich aber angesichts der weit verbreiteten Verwendung der Möglichkeit eines erhöhten Hautkrebsrisiko für Männer bewusst sein.
Für die Untersuchung analysierten die Mediziner Daten von fast 200'000 Patienten. Diese waren im Alter zwischen 18 bis 98 Jahren und hatten keine Vorgeschichte mit Melanomen. Die Probanden hatten mindestens ein Jahr lang täglich Aspirin-Dosen zwischen 81 und 325 mg eingenommen.
Von knapp 1'200 Aspirin-exponierten Teilnehmenden entwickelten in den nächsten fünf Jahren 2.19 Prozent Melanome, wie aus der im «Journal of the American Academy of Dermatology» publizierten Studie hervorgeht. Bei der Kontrollgruppe waren es 0.86 Prozent respektive 1'676 Menschen.
Kelsey A. Orrell, et al. «Malignant melanoma associated with chronic once daily aspirin exposure in males: a large, single-center, urban, U.S. patient population cohort study from the Research on Adverse Drug events And Reports (RADAR) project», in: «Journal of the American Academy of Dermatology» April 2018.