Im vergangenen Jahr haben in der Schweiz 185 Personen nach ihrem Tod Organe gespendet. Damit bleibt die Zahl der verstorbenen Organspender im Vergleich zum Vorjahr stabil: Damals lag die Zahl bei 187.
Zusätzlich spendeten 96 Menschen zu Lebzeiten ein Organ. Insgesamt erhielten auf diese Weise 643 Patienten ein oft lebensrettendes Organ.
Auch die Warteliste für Organtransplantationen bleibt nahezu unverändert: Ende 2025 standen 1’325 Personen auf der Liste, ein Jahr zuvor waren es 1’331 gewesen. 67 Menschen auf der Warteliste starben im vergangenen Jahr.
Dank der Zusammenarbeit mit europäischen Partnern konnten in der Schweiz letztes Jahr 30 Spendeorgane mehr transplantiert werden: 2024 waren es 539 Organe, 2025 569 Organe (ohne Lebendspenden), schreibt Swisstransplant.
Erweiterte Widerspruchsregelung
Die Bevölkerung hatte 2022 der erweiterten Widerspruchsregelung zugestimmt. Künftig gilt jede Person nach dem Tod grundsätzlich als potenzieller Organspender, sofern sie zu Lebzeiten keinen Widerspruch eingelegt hat. Fehlt ein hinterlegter Wille, werden die Angehörigen befragt. Diese können der Organentnahme widersprechen, wenn sie wissen oder vermuten, dass die verstorbene Person dies abgelehnt hätte.
Wie das Bundesamt für Gesundheit schreibt, wird der Bund zur Umsetzung ein Organ- und Geweberegister bereitstellen, in dem jeder Mensch verbindlich seinen Willen festhalten kann. Die Identifikation erfolgt über die elektronische Identität (e-ID).
Die Einführung des Registers ist für Herbst 2026 geplant, sechs Monate später soll die Widerspruchsregelung in Kraft treten. Parallel dazu startet eine nationale Informationskampagne, um die Bevölkerung über die neuen Regeln aufzuklären und die persönliche Entscheidung zu erleichtern.
Bis dahin gilt weiterhin die erweiterte Zustimmungslösung: Eine Entnahme von Organen und Geweben nach dem Tod ist nur möglich, wenn die betroffene Person oder ihre Angehörigen zugestimmt haben.
Franz Immer wird Generalsekretär von FOEDUS
- Die 25 Mitgliedstaaten der European Organ Exchange Organization (FOEDUS) haben Franz Immer, CEO und Medical Director von Swisstransplant, einstimmig zum neuen Generalsekretär gewählt.
- Bereits unter dem Präsidium von Franz Immer zwischen 2020 und 2024 entwickelte sich die FOEDUS-Plattform zur weltweit grössten und wichtigsten Austauschplattform für Spendeorgane. Sie ermöglicht Transplantationen, wenn im jeweiligen Land der Organspende keine passende Empfängerin oder kein geeigneter Empfänger auf der Warteliste steht.
- In den letzten fünf Jahren stieg die Zahl der angebotenen Spendeorgane von rund 20 auf 60 pro Monat. Davon werden heute etwa 20 Organe pro Monat innerhalb der Plattform zugeteilt und transplantiert – eine Vervierfachung der Transplantationsaktivität seit 2020, insbesondere bei Herzen, Lungen und Lebern.
- Überproportional häufig profitieren Kinder und Jugendliche von diesem europaweiten Austausch, der rund 500 Millionen Menschen umfasst.
- Auch 2025 gehört die Schweiz zu den aktivsten Mitgliedstaaten: Insgesamt 69 Organe wurden importiert und 25 exportiert.