Gesundheitskosten: Basel an der Spitze, Zug am sparsamsten

Hohe Pflege- und Medikamentenkosten, geringe Investitionen in die Prävention und besonders hohe Gesundheitsausgaben in Basel-Stadt – das zeigt eine aktuelle Auswertung des Bundesamtes für Statistik.

, 28. April 2025 um 09:47
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Basel ist Spitzenreiter bei den Gesundheitskosten. Bild:>Unsplash
Die Gesundheitskosten in der Schweiz sind auch 2023 weiter gestiegen. Insgesamt beliefen sich die Ausgaben auf 94 Milliarden Franken – ein Anstieg um 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) mitteilt. 2022 hatten die Kosten noch bei 91,5 Milliarden Franken gelegen.
Damit setzte sich der Trend der letzten Jahre fort: Zwar stiegen die Gesundheitsausgaben weiterhin, allerdings fiel das Wachstum – wie bereits 2021 und 2022 – moderater aus als im Durchschnitt der fünf Jahre davor (+3,2 Prozent).
Für 2024 rechnet das BFS jedoch wieder mit einem stärkeren Anstieg von über drei Prozent.

Verwaltungskosten

Auffallend: 2023 verzeichneten die Verwaltungskosten, die hauptsächlich den administrativen Aufwand der Krankenversicherer abdecken, einen markanten Anstieg von 9,6 Prozent.
Einen hohen Anteil an den Gesundheitskosten machten auch 2023 die Pflegeleistungen und Gesundheitsgüter aus. Ihre Kosten stiegen um 6,0 Prozent beziehungsweise 3,4 Prozent. Zusammengenommen entfielen mehr als drei Viertel der gesamten Gesundheitsausgaben auf diese beiden Bereiche.
Die Ausgaben für Spitäler, die rund 36 Prozent der Gesamtkosten ausmachen, nahmen zwischen 2022 und 2023 um 4,5 Prozent zu. Besonders markant war der Anstieg in den Arztpraxen (+7,1 %) und bei den Spitex-Diensten (+7,9 %). Die Kosten in sozialmedizinischen Institutionen wuchsen um 4,6 Prozent.

Weniger Geld für Prävention

Auffällig ist der starke Rückgang der Ausgaben für Prävention. 2023 wurden 53,5 Prozent weniger dafür ausgegeben als im Vorjahr – eine Folge des rückläufigen Aufwands im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie.
Präventionsmassnahmen machten damit weniger als zwei Prozent der gesamten Gesundheitskosten aus. Gleichzeitig sanken die Kosten für Laboranalysen um 8,9 Prozent, während die Radiologiekosten um 7 Prozent zunahmen.

Kantonale Unterschiede

Die Gesundheitskosten variieren stark je nach Region. Im Kanton Basel-Stadt beliefen sich die Kosten auf 13'600 Franken pro Kopf – der höchste Wert in der Schweiz. Im Kanton Zug lagen die Pro-Kopf-Kosten dagegen fast 40 Prozent tiefer bei rund 8600 Franken.
Auch der Anteil ambulanter Leistungen schwankt: In Genf machen sie 53,4 Prozent der Gesamtkosten aus, in Uri lediglich 34,8 Prozent.

Privathaushalte

Nach wie vor tragen die Privathaushalte den Grossteil der Gesundheitskosten. Sie zahlten 21,8 Prozent der Ausgaben direkt aus eigener Tasche und 39,5 Prozent indirekt über Krankenversicherungsprämien. Die Ausgaben der Haushalte stiegen 2023 um 4,7 Prozent, während jene der Kantone lediglich um 1,9 Prozent zunahmen. Damit finanzieren die Haushalte über 60 Prozent der gesamten Gesundheitskosten in der Schweiz.

  • bfs
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