Chirurg stürzt im Spital und bekommt Millionen

Ein amerikanisches Gericht hat einem Chirurgen Schadenersatz in Millionenhöhe zugesprochen. Er war im Operationssaal gestürzt.

, 25. September 2023 um 06:00
image
Als Sturzursache wird ein nasser Boden des Operationssaals angegeben. | Pexels
So etwas gibt es nur in den Vereinigten Staaten: Ein Gericht hat einem Chirurgen 3,2 Millionen Dollar zugesprochen, nachdem er in einem Operationssaal des Saint Vincent Hospital gestürzt war.
Der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg rutschte im Juli 2020 auf dem frisch gewischten Boden des Operationssaals aus und verletzte sich an Schulter und Rücken.
John. L. Alonge, so sein Name, reichte Klage wegen Körperverletzung ein und behauptete, das Spital habe fahrlässig gehandelt. Das Spital hätte ein Schild aufstellen müssen, das auf den nassen Boden hinweist.

Spital handelte fahrlässig

In seiner Klage gab der damals 65-jährige Arzt unter anderem an, dass er wegen seiner Schulter- und Rückenverletzungen drei Jahre früher als geplant in Pension gehen musste, wie das Nachrichtenportal «Erie Times-News» (Abo) ausführlich berichtet.
Die Spitalleitung argumentierte hingegen, dass das Personal nichts falsch gemacht habe und dass er als erfahrener Chirurg hätte «sehr wohl gewusst» habe, dass der Boden in der Zeit zwischen den Operationen gewischt werde.
Das Gericht entschied jedoch, dass das Spital fahrlässig gehandelt habe und sprach dem Kieferchirurgen insgesamt umgerechnet rund drei Millionen Franken für vergangene und zukünftige wirtschaftliche und nicht-wirtschaftliche Schäden zu. Der Betrag setzt sich wie folgt zusammen:
  • 1,3 Millionen Franken für vergangene wirtschaftliche Verluste;
  • 0.3 Millionen Franken für zukünftige wirtschaftliche Verluste;
  • 0.7 Millionen Franken für vergangene nichtwirtschaftliche Verluste;
  • 0.7 Millionen Franken für zukünftige nichtwirtschaftliche Verluste.

  • spital
  • Chirurgie
Artikel teilen

Loading

Kommentar

Mehr zum Thema

image

Chirurgie: Chefarztwechsel am Spital Linth

Am Spital Linth übernimmt Dominik Müller die Leitung der Chirurgie. Er folgt auf Tobias Gehrig, der das Spital nach mehr als sechs Jahren verlässt.

image

Spital Wallis: Neuer Chefarzt für die Chirurgie

Ian Fournier, seit 2018 am Spitalzentrum des französischsprachigen Wallis tätig, wird Chefarzt der allgemeinen Chirurgie.

image

Bundesrat: Kein automatischer Teuerungsausgleich für Spitäler

Der Bundesrat hält einen automatischen Teuerungsausgleich für Spitaltarife für «nicht sachgerecht». H+ warnt vor Unterfinanzierung.

image

Cadisc‑L-Skandal: Prozessbeginn im Januar

Ein Berner Chirurg muss sich wegen fehlerhafter Bandscheibenimplantate vor Gericht verantworten. Ihm wird vorgeworfen, bei sieben Patienten das Implantat Cadisc‑L eingesetzt zu haben.

image

Spital Thusis: Neuer Chefarzt für Chirurgie und Orthopädie

Christian Schrofer übernimmt die Leitung der Chirurgie und Orthopädie am Spital Thusis und führt die bislang getrennten Abteilungen künftig gemeinsam.

image

Weniger Regionalpolitik, mehr Tech: Wie das Spital neu gedacht werden soll

H+ will das Ende von Spitaltraditionen. Mit einer PwC-Studie skizziert der Verband ein Krankenhaussystem, das sich von regionaler Politik und bisheriger Planung verabschiedet – und zehntausende Stellen einspart.

Vom gleichen Autor

image

Arzneimittelpreise: Einheitlicher Vertriebsanteil ab 2024

Um die Abgabe von preisgünstigeren Arzneimitteln zu fördern, wird neu der Vertriebsanteil angepasst.

image

Thurgau investiert Millionen in Kinder- und Jugendpsychiatrie

Der Kanton Thurgau stärkt die stationäre kinder- und jugendpsychiatrische Versorgung junger Menschen: Durch Erhöhung der Anzahl Betten und Therapieplätze.

image

Spital Wallis: Nun muss ein Experte über die Bücher

Auch das Spital Wallis steht vor grossen Investitionen. Doch für die Mehrkosten von über 123 Millionen Franken fehlt derzeit das Geld. Eine Analyse soll nun Massnahmen aufzeigen.