Serie: Das sind die Neujahrswünsche der Kantonsspitäler

2022 neigt sich dem Ende zu. In unserer Serie blicken Spitäler und Verbände zurück und verraten ihre Neujahrswünsche. Den Start machen die Kantonsspitäler Baden, Graubünden und St.Gallen.

, 16. Dezember 2022, 06:07
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Bild: Freepik
Nach einem von Covid geprägten 2021, waren die Gesundheitsakteure auch 2022 mit zahlreichen Herausforderungen und Unsicherheiten konfrontiert: Coronavirus, Impfstoffe, Kapazitätsengpässe in den Spitälern und Praxen, volle Notfallstationen, Post Covid, neue Spitallisten, Tarifstreits, rote Zahlen, Kostendruck, Strommangel, Wirtschaftskrise und allem voran der Fachkräftemangel sorgten für Schlagzeilen.
Nun neigt sich das Jahr dem Ende zu – der richtige Moment, Bilanz zu ziehen und einen Blick nach vorne zu werfen: Die Redaktion wollte wissen, welches Thema, neben dem Fachkräftemangel, 2022 besonders beschäftigte und was sich Spitäler, Spitalgruppen und Verbände vom Gesundheitswesen Schweiz im 2023 wünschen.

Rückblick und Neujahrswünsche


«Sorgen bereiten uns die Rahmenbedingungen»

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Adrian Schmitter, CEO Kantonsspital Baden:
Adrian Schmitter, CEO Kantonsspital Baden: «Das KSB hat leistungsmässig das erfolgreichste Jahr seiner Geschichte hinter sich: Noch nie haben wir so viele Patienten und Patientinnen behandelt wie 2022. Dies war nur möglich, weil wir keine Betten schliessen mussten und unsere Mitarbeitenden bereit waren, die berühmte Extrameile auf sich zu nehmen.
Auf die Gütesiegel «Beste Arbeitgeber» und «innovativstes Spital» sind wir ebenso stolz wie auf unsere zahlreichen Kooperationen, etwa mit der ETH Zürich und Siemens Healthineers, die wir 2022 weiter vertieft haben. Zudem ist es uns gelungen, weitere top-qualifizierte Ärzte fürs KSB zu gewinnen. Last but not least sind wir auch mit unseren Bauprojekten zeitlich und finanziell auf Kurs.
Sorgen bereiten uns die Rahmenbedingungen. Für Spitäler wird es aufgrund von Regulierungen, Lohnanpassungen (Fachkräftemangel!) und Teuerung zunehmend schwierig, eine Ebitda-Marge von über 10 Prozent zu erwirtschaften.
Wir wünschen uns daher auf nationaler Ebene eine Erhöhung der Tarife, während wir uns in der kantonalen Politik für höhere Entschädigungen für gemeinwirtschaftliche Leistungen stark machen. Denn nur so können wir weiterhin qualitativ hochwertige medizinische Leistungen erbringen.»

«Wir wünschen uns faire Tarife»

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Hugo Keune, CEO Kantonsspital Graubünden. | zvg
Hugo Keune, CEO Kantonsspital Graubünden: «Wir im Kantonsspital Graubünden blicken auf ein herausforderndes, aber auch schönes Jahr zurück. Viel unserer Energie haben wir in eine schweizweite Premiere gesteckt: Mit der Übernahme und dem Betrieb des Spitals Walenstadt im Kanton St. Gallen per 1. Januar 2023 erfolgt zum ersten Mal in der Schweiz die Gesundheitsversorgung eines Zentrumsspitals über die Kantonsgrenzen hinaus. Die letzten Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, wir sind bereit.
Die Neubauprojekte in St. Moritz (Klinik Gut AG) und in Chur laufen planmässig und werden 2024 beziehungsweise 2026 abgeschlossen. Parallel dazu wird ein neues Klinikinformationssystem am gesamten KSGR eingeführt.
All das ist nur möglich mit motivierten und qualifizierten Mitarbeitenden in allen Berufsgruppen und auf allen Hierarchiestufen. Hier haben wir viel investiert. Im Vordergrund stand ein grosses Fest für alle Mitarbeitenden und das im Oktober beschlossene Massnahmenpaket mit einer breiten Palette von Verbesserungen für die Mitarbeitenden. Die Umsetzung erfolgt 2023.
Für 2023 wünschen wir uns faire Tarife im stationären und ambulanten Bereich, welche die durch Regulierung und Teuerung gestiegenen Kosten berücksichtigen.»

«Die markanten Kostensteigerungen werden uns weiterhin beschäftigen»

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Philipp Lutz, Kommunikationsbeauftragter St.Gallen.
Philipp Lutz, Kommunikationsbeauftragter St.Gallen: «Der Fachkräftemangel ist auch am Kantonsspital St.Gallen (KSSG) spürbar. Auch die teils markanten Kostensteigerungen bei den Sachkosten und die nach wie vor unbefriedigende Tarifsituation werden uns weiterhin stark beschäftigen.
Trotz dieser Herausforderungen entwickelt sich das KSSG ständig weiter. So wurde in diesem Jahr zum Beispiel der Notfall neu organisiert oder die beabsichtigte Übernahme der Geriatrischen Klinik kommuniziert.
Auch auf dem Spitalgelände ist der Fortschritt sichtbar: Im neu erstellten Patientenhochhaus 07A ist der Innenausbau in vollem Gang. Ende nächsten Jahres wird dort als erster Bereich die Radiologie ihren Betrieb aufnehmen können.
Während auf der Baustelle für das KSSG der Zukunft gehämmert und gebohrt wird, neue Wände gestrichen oder medizinische Geräte der neusten Generation installiert werden, blicken wir im kommenden Jahr auch zurück:
Das Kantonsspital St.Gallen wurde 1873 gegründet. Wir dürfen im 2023 also unser 150-jähriges Jubiläum feiern. Für das Schweizer Gesundheitswesen wünschen wir uns, dass es allen Beteiligten gelingen möge, faire und tragfähige Lösungen für die Sicherstellung der hochstehenden Gesundheitsversorgung in unserem Land zu finden.»
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