Was Ärzte in Lohnverhandlungen so alles wollen

Spezialisten sind knapp, viele Spitäler können nur mit Mühe die Stellen besetzen. Der Direktor des Spitals Bülach schilderte jetzt einige Folgen.

, 28. September 2016, 09:50
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Die Bekanntgabe der Prämienerhöhungen bringt ja jeweils ein Schwarzpeter-Spiel mit sich, bei dem die Gesundheits-Profis überteuerte Leistungen der anderen Gesundheits-Profis anprangern: Medikamentenkosten, die niedergelassenen Ärzte, die Abrechnungen für Dienstleistungen in Abwesenheit des Patienten, Technologie – und so weiter. 
Interessante Details dieser Art finden sich heute im «Blick», genauer in einem Gespräch mit Rolf Gilgen, dem Direktor des Spitals Bülach. Die Boulevardzeitung nimmt dabei den spitalambulanten Bereich ins Visier, wo die Kosten seit 2009 um 34 Prozent gestiegen sind. Gilgen erklärt dies einerseits damit, dass die Notfallstationen überrannt werden, obwohl die Hausärzte die dort benötigten Leistungen billiger erbringen könnten.
So weit, so einsichtig. Interessant nun ein weiteres Dilemma, welches der Spitaldirektor aus dem Zürcher Unterland thematisiert: «Ich muss die Kosten im Griff behalten. Gleichzeitig brauchen wir aber Spezialisten». Und hier stehe sein Regionalspital im Wettbewerb mit vielen anderen – mit Kostenfolgen. Besonders gefragt seien derzeit Gastroenterologen und Radiologen.

Umzugs- plus Fahrkosten

Wie sich das auswirkt, schildert Gilgen in einigen Müsterchen: «Ein Bewerber wollte mehrere Zehntausend Franken, weil die Steuern im Kanton Zürich höher sind als in der Innerschweiz, wo er vorher gearbeitet hat». Und andere forderten, dass das Spital die Kosten für den Umzug übernehme oder sich gar an den Fahrkosten vom Wohn- zum Arbeitsort beteilige. 
Rolf Gilgen selber gibt sich dabei hart: «Wenn solche Forderungen aufs Tapet kommen, breche ich die Verhandlungen ab, um die Kosten tief zu halten.»
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