Medikamente: Neuer Anlauf für Online-Versand

Ein Vorstoss von Nationalrat Philippe Nantermod will das Verbot im Online-Medikamentenversand lockern.

, 12. Februar 2018, 09:48
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Nationalrat Philippe Nantermod will den Online-Verkauf von nicht rezeptpflichtigen Medikamenten öffnen. Der Walliser FDP-Politiker hat dazu eine Interpellation eingereicht.
Firmen, die rezeptfreie Medikamente über den Versandhandel verkaufen wollten, befänden sich in einer absurden Lage, argumentiert er. Und mit dem Verbot werde der Einkaufstourismus gefördert.

  • Interpellation: Online-Verkauf von Medikamenten: Öffnung im Interesse aller

Nationalrat Nantermod fordert vom Bundesrat Vorschläge, wie man der Branche ermöglichen könne, den neuen Gewohnheiten der Konsumenten zu begegnen. Zudem fragt der FDP-Politiker, ob die Regierung nicht fürchte, dass das geltende Recht die Branche zugunsten der ausländischen Anbieter gängelt.

Selbstest: Lorenz Schmids Apotheke «knapp ungenügend»

Für alle Medikamente, die in der Schweiz im Versandhandel verkauft werden, muss ein ärztliches Rezept vorliegen. Nicht alle Apotheker halten sich daran, wie vor kurzem ein Test der «Handelszeitung» zufolge zeigte. Thomas Lang, Inhaber einer Beratungsfirma, schrieb vier Apotheker im Grossraum Zürich an – auch jene von Lorenz Schmid, CVP-Kantonsrat und Präsident des kantonalen Apothekerverbands.
Zwei Apotheker waren sofort bereit, die rezeptfreien Arzneien zu verschicken. Auch die Apotheke von Lorenz Schmid war bereit, die Mittel ohne Rezept zu versenden. Man könne die Produkte verschicken, hiess es; die Mitarbeiterin stellte einige Rückfragen. 
Mit dem Testergebnis konfrontiert, sagte Schmid zur «Handelszeitung»: «Wir stellen rezeptfreie Medikamente nur jenen Kunden zu, die wir persönlich von Kontakten in der Apotheke her sehr gut kennen, über deren Gesundheitszustand wir im Bilde sind und mit denen wir telefonisch Rücksprache genommen haben.» Schmid beurteilt das Handeln seiner Mitarbeiterin im Test als «knapp ungenügend».
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