«Drei Länder, eine Gesundheit»

In die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen der Schweiz, Deutschland und Frankreich kommt Bewegung. Deutsche und französische Patienten sollen Zugang zur Basler Spitzenmedizin erhalten.

, 21. Juni 2016, 08:01
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Unter dem ambitionierten Motto «Drei Länder, eine Gesundheit» startet im Juli die Plattform «Trisan», die unter anderem neue Vernetzungsstrategien entwickeln soll. Sie ist eine Initiative der Oberrheinkonferenz (ORK) und wird aus Mitteln von Interreg finanziert. Das Abkommen soll deutschen Kliniken den Zugang zu Patienten aus der Schweiz und deutschen Patienten den Zugang zur Basler Spitzenmedizin gewähren.
Es gehe nicht darum, auf beiden Seiten der Grenzen die gleichen Strukturen anzubieten, erklärt der Vorsitzende der seit 1997 arbeitenden Arbeitsgruppe Gesundheitspolitik in der ORK, Peter Indra, in der «Badischen Zeitung». Vielmehr sollten Patienten dahin geschickt werden, wo sie die beste Versorgung erhielten.

Einzugsgebiet vergrössern 

Während der Reha-Bereich auf deutscher Seite besser ausgebaut sei als in den Basler Kantonen, brauche das Basler Universitätsspital einen Einzugsbereich von einer runden Million Patienten, um kosteneffizient arbeiten zu können. Indra, hauptamtlich Leiter der Gesundheitsversorgung im Kanton Basel-Stadt, betont: «Wir sind auch auf Patienten aus Deutschland und Frankreich angewiesen». 
790'000 Euro stehen für die nächsten drei Jahre zum Aufbau von «Trisan» zur Verfügung. Vorab soll eine Datengrundlage erstellt werden, mit der Kooperationsfelder eruiert werden. Dann sollen konkrete Projekte entwickelt werden. Auf lange Sicht gilt es laut Indra, «ein Konzept für eine echte territoriale Kooperation am Oberrhein auszuarbeiten». Ihm schwebt eine «Gesundheitszone mit einem organisierten Zugang zu grenzüberschreitenden medizinischen Leistungen» vor. 

20 Jahre haben wenig gebracht

Seit 2007 existiert das bereits mehrfach verlängerte Pilotprojekt «Grüz» zwischen den Basler Kantonen und dem Landkreis Lörrach sowie einzelnen Krankenkassen, Kliniken und Reha-Einrichtungen. Peter Indra bedauert, dass auch nach fast 20 Jahren grenzüberschreitender Zusammenarbeit bislang wenig zusammenläuft. «Die grenzüberschreitende Gesundheitsmobilität bleibt nur schwach ausgeprägt», wird er zitiert. 
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