Tarmed: Es braucht Klarheit über die Ärztelöhne

Ruth Humbel verlangt vom Bundesrat neue Daten zur Frage, welche Ärzte wieviel verdienen.

, 7. Juni 2017, 08:07
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Die Reaktionen auf den Tarmed-Eingriff waren ja, gelinde gesagt, kritisch. Und nun legt Ruth Humbel den Finger auf einen entscheidenden Punkt. Die CVP-Nationalrätin stellt fest, dass es in der Tarmed-Blockade im wesentlichen um die Ärzteeinkommen geht – dass man aber im Vagen ist darüber, wie es um diese Einkommen genau steht.
Deshalb hat die Aargauer Gesundheitspolitikerin nun eine Anfrage an den Bundesrat eingereicht. Die Tarmed-Tarifstruktur basiere im Wesentlichen auf Datengrundlagen der 1990er Jahre, stellt sie dabei einleitend fest. In der heutigen Lage sei aber zu klären, was ein angemessenes ärztliches Referenzeinkommen sei –  und wie gross die Unterschiede zwischen den einzelnen medizinischen Fächern sind.

Antworten am Montag

Schliesslich stellt Humbel dem Bundesrat eine entscheidende Frage: «Wie wirkt sich die Tarifintervention auf die Einkommen der Fachdisziplinen aus?»
Wenn alles läuft wie geplant, wird der zuständige EDI-Vorsteher Alain Berset am Montag im Parlament Antworten darauf liefern.
Für Humbel wäre jedenfalls das Ziel der Tarmed-Revision klar: eine bessere Stellung für die Hausarztmedizin. «Die Hausarztmedizin ist qualitativ hochstehend, kostengünstig und effizient», sagte sie der «Aargauer Zeitung». «Hausärzte kennen ihre Patienten und oft gar deren ganze Familiengeschichte, sie sehen den Menschen als Ganzes, nicht wie ein Facharzt einfach ein bestimmtes Organ oder eine bestimmte Funktion.»
Dass aber der vorgesehene Tarmed-Eingriff hier Hilfe schafft, daran zweifelt die CVP-Gesundheitspolitikerin. Ihr Fazit zum Paket von Alain Berset: «Sein Vorschlag für eine teilweise Umverteilung der Mittel wird in der Vernehmlassung völlig verrissen.»
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