Spitäler FMI: Immer mehr Mitarbeiter aus anderen Gegenden

Im letzten Jahr erzielte die Spitalgruppe aus dem Berner Oberland einen klitzekleinen Gewinn. Aber die grundlegende Rentabilität war solide.

, 10. August 2016 um 09:37
image
  • spitäler fmi
  • kanton bern
  • jahresabschluss 2015
  • spital
Mit 12'900 Franken verbuchte die Spitäler FMI AG im letzten Jahr lediglich einen Mikrogewinn. Im Vorjahr hatte das Unternehmen – das die Spitäler in Interlaken und Frutigen sowie das Gesundheitszentrum Meiringen führt – noch einen Reingewinn von 574'000 Franken gemeldet. 
Der Rückgang erklärt sich aus einer einmaligen Eingliederung aller Mitarbeiter in eine neue Pensionskasse und der entsprechenden Schliessung von Unterdeckungen: Dies kostete laut dem Geschäftsbericht 3,3 Millionen Franken.

Erstmals über 10'000 stationäre Fälle

Zugleich meldet die Spitalgruppe aus dem Berner Oberland mehr Fälle und einen höheren Umsatz. So betreuten die FMI-Spitäler 2015 erstmals über 10'000 Patienten (10'073 Fälle verglichen mit 9'722 im Vorjahr). Am Ende ergab sich ein Betriebsertrag von 137 Millionen Franken, 7 Millionen mehr als 2014.
Der EBITDA lag bei 11,5 Millionen, woraus sich eine Marge von 9,7 Prozent ergibt – ein Wert, der über dem Durchschnitt der Schweizer Akutspitäler liegt.

Zum Geschäftsbericht 2015 der Spitäler FMI AG


Am Ende des Jahres beschäftigten die FMI-Spitäler 929 Mitarbeitende, verteilt auf 689 Vollzeitstellen.
Dabei thematisiert der Geschäftsbericht auch die Problematik der Personal-Rekrutierung. Als Massnahmen genannt wird die Anpassung und Vernetzung der Website: «Damit tragen wird dem heute gängigen Verhalten der Stellensuchenden und der Bewerber – online und mobile – Rechnung». Als Erfolgs-Aspekt nennt die Geschäftsleitung, dass mittlerweile über 100 Festangestellte für die Spitäler FMI AG arbeiten, die ihren Wohnsitz ausserhalb des Berner Oberlands haben.
Mit dem Jahresbericht wurde auch einige Details zur Lage der Chirurgie am Spital Interlaken bekannt. Bekanntlich kam es zu Turbulenzen, als der langjährige Chefarzt Chirurgie Arnold Kohler im Juni abgesetzt wurde. Unter anderem rief das Ärztenetzwerk Beodocs vorübergehend zum Zuweisungsboykott auf. 
Wie FMI-Sprecher Sandro Hügli nun gegenüber der «Berner Zeitung» (Print) erklärte, fand inzwischen ein erster runder Tisch statt. 
Bekannt wurde auch, dass die Chirurgie ad interim durch Gregor Siegel geführt wird.
Ob Arnold Kohler das Angebot, weiterhin als Belegarzt in Interlaken tätig zu sein, annehme, sei derzeit offen.
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Spital Samedan prüft Zusammenschluss mit Kantonsspital Graubünden

Die Stiftung Gesundheitsversorgung Oberengadin untersucht zwei strategische Wege in eine nachhaltige Zukunft.

image

Kantonsspital Aarau: Mehr Betten im Neubau

Wegen einer «unverändert hohen Patientennachfrage» plant das KSA nun doch mehr Betten.

image

Hirslanden: Umbau an der Spitze – näher zu den Regionen

Hirslanden-Zürich-Direktor Marco Gugolz zieht als Regional Operations Executive in die Konzernleitung ein.

image

Was geschieht mit dem Spital Thusis?

Die Stiftung Gesundheit Mittelbünden sucht Wege aus der finanziellen Krise – beraten von PwC. Ein Entscheid soll im Herbst fallen.

image

CSEB: «Herausfordernd, aber zufriedenstellend»

Trotz roten Zahlen und leicht rückläufigen Patientenzahlen gibt sich das Center da sandà Engiadina Bassa optimistisch.

image

Spital STS: Hohe Patientenzahlen bewahren nicht vor Verlust

Sowohl stationär als auch ambulant gab es bei der Spitalgruppe Simmental-Thun-Saanenland 2023 einen Zuwachs.

Vom gleichen Autor

image

Überarztung: Wer rückfordern will, braucht Beweise

Das Bundesgericht greift in die WZW-Ermittlungsverfahren ein: Ein Grundsatzurteil dürfte die gängigen Prozesse umkrempeln.

image

Kantone haben die Hausaufgaben gemacht - aber es fehlt an der Finanzierung

Palliative Care löst nicht alle Probleme im Gesundheitswesen: … Palliative Care kann jedoch ein Hebel sein.

image

Brust-Zentrum Zürich geht an belgische Investment-Holding

Kennen Sie Affidea? Der Healthcare-Konzern expandiert rasant. Jetzt auch in der Deutschschweiz. Mit 320 Zentren in 15 Ländern beschäftigt er über 7000 Ärzte.