Warum Social Media Krankheits-Fotos zensieren

Facebook und Instagram wollen keine Bilder von Menschen mit einer Psoriasis-Erkrankung. Beiträge, mit Fotos, auf denen Patienten ihre Schuppenflechte zeigen, werden gelöscht. Warum?

, 19. Februar 2018, 09:16
image
  • trends
  • praxis
  • social media
  • patienten
Soziale Netzwerke helfen Patienten, in Kontakt mit anderen Leidensgenossen zu treten und sich über Probleme und Erfahrungen auszutauschen. Kurz: Social Media ist heute auch ein Mittel zur Selbsthilfe.
Doch Menschen mit einer Psoriasis-Erkrankung werden auf Facebook und Instagram seit einigen Tagen diskriminiert. Die Plattformen löschen kurzerhand Beiträge mit Fotos, auf denen Menschen ihre Schuppenflechte zeigen.

«Kein idealer Körper»

Die Bilder zeigen ganz normale Bilder: Menschen im Alltag, im Urlaub, nur eben mit sichtbarer Psoriasis. «Eine offizielle Begründung gibt es nicht – nur eine automatische», wie das Portal «Psoriasis-Netz» berichtet.
Bei Facebook heisst es: «due to the portrayal of a non ideal body type». Übersetzt: «(...) weil darauf kein idealer Körper zu sehen ist».
Instagram löscht dem Bericht zufolge Bilder mit Hashtags wie #psoriasisawareness, #psoriasiscommunity oder #getyourskinout automatisch. Dort lautet die Begründung, dass «die Community» Bilder wie diese gemeldet hätte: Sie würden dem Gemeinschaftsstandard von Instagram nicht entsprechen.

Petition soll Zensur beenden

Eine Anfrage von «Psoriasis-Netz» bei der Pressestelle von Instagram blieb ohne Antwort. Auch Holly Dillon, die Initiatorin des Hashtags und Accounts #GetYourSkinOut, wählte den gleichen Weg und erhielt ebenfalls keine offizielle Reaktion.
Die britische Patientenvereiniging «Psoriasis Association» ersuchte Instagram ebenfalls nach einer Erklärung – ohne Antwort. Inzwischen hat die Organisation die Petition «Stop the Censorship of Psoriasis on Social Media» gestartet. 
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Diese App sagt jungen Frauen die Periode voraus

Nun gibt es auch für Mädchen eine Zyklus-App: Teena misst die Körpertemperatur und klärt die jungen Frauen über die Periode auf.

image

Neue Widerspruchslösung auf Unbestimmt verschoben

Das neue Organspende-Register wird frühestens 2025 kommen. Nun propagiert Swisstransplant die alte Methode: den Spendeausweis.

image

Bund prüft weitere Senkung der Labortarife

Nach der Senkung der Laborpreise arbeitet das Bundesamt für Gesundheit (BAG) weiter an der Neutarifierung.

image

Gemeinde zweifelt an neuer Hausarztpraxis

Der finanzielle Anschub für eine neue Arztpraxis im Kanton Aargau gerät ins Stocken. Grund ist ein TV-Bericht im Schweizer Fernsehen.

image

Umdenken von Betriebsmodellen zur Verbesserung der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften

Terumo und Alcon haben ihre Systeme umgestaltet, um abteilungsübergreifende Verbindungen zu schaffen und sich auf die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften in jeder Phase des Produktlebenszyklus zu konzentrieren.

image

Nun kommt die Foto-Analyse von Mahlzeiten

Forschende der Universitäten Bern und Zürich haben eine App entwickelt, die bewerten kann: Ist eine Mahlzeit gesund oder nicht?

Vom gleichen Autor

image

Warum hunderte Pflegekräfte derzeit «Rücktrittsschreiben» verfassen

Eigentlich möchten viele Pflegefachpersonen ihrem Beruf gar nicht den Rücken kehren. Doch das System zwingt sie dazu, wie eine aktuelle Kampagne in den USA exemplarisch zeigt.

image

Ärzte erhalten von Ärzten eine Sonderbehandlung

Ärzte als Patienten kriegen bestimmte Privilegien, die andere Patienten oder Patientinnen nicht erhalten würden. Dies sagt die grosse Mehrheit der in einer Studie befragten Ärzte.

image

Insel Gruppe: Chefarzt Stephan Jakob gibt Leitung weiter

Joerg C. Schefold übernimmt die Klinikleitung der Intensivmedizin am Berner Inselspital. Er folgt auf Stephan Jakob, der in Pension gehen wird.