Referenzpreise: Komitee baut Gegendruck auf

Diverse Akteure bekämpfen nun die Einführung von Höchstbeträgen für Medikamente – darunter FMH und Pharmasuisse.

, 17. Mai 2017, 09:13
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Der Bundesrat gibt dieses Jahr die Einführung eines Referenzpreissystems für patentabgelaufene Arzneimittel in die Vernehmlassung. Das System besagt: Entscheiden sich Arzt und Patient für ein teureres Medikament, zahlt der Patient den Differenzbetrag zum günstigsten Generikum beziehungsweise Alternativmedikament aus eigener Tasche. 
Nun haben sich mehrere Akteure des Gesundheitssystems zu einer Allianz gegen das Projekt zusammengeschlossen. Heute wurde die Kampagne lanciert: «Nein zu Referenzpreisen bei Medikamenten».

«Nur Verlierer»

Bei Höchstbeträgen für die Erstattung von Medikamentenpreisen durch die Krankenkassen gäbe es «nur Verlierer», sagt Axel Müller, Geschäftsführer bei Intergenerika – «angefangen bei den Patienten über die Ärzte und Apotheker bis hin zu Krankenkassen und den Beitragszahlern.»
Neben dem Generikahersteller-Verband wird die Nein-Kampagne getragen von:

  • FMH,
  • Pharmasuisse,
  • Vips — Vereinigung Pharmafirmen in der Schweiz,
  • IG Schweizer Pharma KMU,
  • Ärzte mit Patientenapotheke APA,
  • Scienceindustries,
  • Bündnis freiheitliches Gesundheitswesen.

Praktizierte Preisvergleiche bei Generika seien nicht aussagekräftig, da die Versorgungssysteme in europäischen Vergleichsländern unterschiedlich sind: Dies ein Argument der Kampagne «Referenzpreise Nein». Ein weiterer Punkt: Bei zu tiefen Medikamentenpreisen sinke die Attraktivität für die Hersteller; dies gefährde die Versorgungssicherheit. Und letztlich gehe es um den Erhalt der Wahlfreiheit bei Arzneimitteln.
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