Privatklinik-Gründer übernimmt offenbar Mehrheit

Axel Paeger baut seine Anteile am deutsch-schweizerischen Klinikbetreiber Ameos auf. Der grösste Investor soll zudem bis zum Jahresende aussteigen.

, 25. Februar 2021 um 13:09
image
  • ameos
  • spital
  • spital einsiedeln
  • seeklinik brunnen
  • wirtschaft
Axel Paeger stockt seine Anteile an der Klinikgruppe Ameos «kräftig auf». Dies im Rahmen einer Erhöhung des Eigenkapitals, wie Ameos mitteilt. An der abgeschlossenen Refinanzierung sei eine Vielzahl von Kreditinstituten beteiligt, steht in der Mitteilung weiter zu lesen. 
Der Grund für die neue Finanzierungsstruktur: Der Klinikbetreiber erwirtschafte mittlerweile einen Umsatz von über einer Milliarde Euro jährlich, heisst es. Im vergangenen Jahr musste Ameos dabei einen Verlust von zwei Millionen Euro hinnehmen. In der Vorjahresperiode hatte die Klinikgruppe noch einen Gewinn von 10,4 Millionen Euro erzielt. 

Investor Carlyle plant Ausstieg bis Ende Jahr

Ameos-Gründer Axel Paeger soll dabei die Mehrheit der Stimmrechte an der Klinikkette übernehmen. Dies berichtet das «Handelsblatt» sowie die Nachrichtenagentur «Reuters». Beide verweisen auf Insiderquellen und mit der Sache vertraute Personen. 
Zu den Kapitalgebern gehören  demnach auch die Intermediate Capital Group und andere Investoren. Die US-amerikanische Private-Equity-Gesellschaft Carlyle und der Finanzinvestor Quadriga hingegen steigen gemäss Medienberichten «schrittweise» bis zum Jahresende aus.

Ameos nimmt dazu keine Stellung

Axel Paeger, Ameos und Carlyle lehnten einen Kommentar gegenüber dem «Handelsblatt» ab, ICG sei für eine Stellungnahme nicht erreichbar gewesen, heisst es weiter. Auf die Standorte in der Schweiz hätte eine Refinanzierung keine Auswirkungen, sagte Sprecher Florian Deumeland vor kurzem, als Verkaufsgerüchte erstmals die Runde machten.
Der Klinikbetreiber wollte zu den neusten Entwicklungen gegenüber Medinside keine Aussagen machen. «Wir dürfen Stellung nehmen, aber wir wollen nicht», heisst es aus Zürich, von wo aus die deutsch-schweizerische Klinikkette ihre Spitäler, Reha- und Pflegeeinrichtungen betreibt, darunter das Spital Einsiedeln, die Seeklinik Brunnen sowie neu die Geburtsklinik des Paracelsus-Spitals. 
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Hirslanden: Umbau an der Spitze – näher zu den Regionen

Hirslanden-Zürich-Direktor Marco Gugolz zieht als Regional Operations Executive in die Konzernleitung ein.

image

Was geschieht mit dem Spital Thusis?

Die Stiftung Gesundheit Mittelbünden sucht Wege aus der finanziellen Krise – beraten von PwC. Ein Entscheid soll im Herbst fallen.

image

CSEB: «Herausfordernd, aber zufriedenstellend»

Trotz roten Zahlen und leicht rückläufigen Patientenzahlen gibt sich das Center da sandà Engiadina Bassa optimistisch.

image

Spital STS: Hohe Patientenzahlen bewahren nicht vor Verlust

Sowohl stationär als auch ambulant gab es bei der Spitalgruppe Simmental-Thun-Saanenland 2023 einen Zuwachs.

image

Spital Lachen bricht Neubau-Projekt ab

Nun soll saniert statt neu gebaut werden – aus finanziellen Gründen, aber auch wegen der Flexibilität.

image

Spitalzentrum Biel: Sehr rote Zahlen wegen Sonderabschreiber

Andererseits war 2023 ein Wachstumsjahr für die SZB-Gruppe, es gab einen Rekordwert bei den Patientenzahlen. Und die dynamische Entwicklung setze sich 2024 fort.

Vom gleichen Autor

image

Arzthaftung: Bundesgericht weist Millionenklage einer Patientin ab

Bei einer Patientin traten nach einer Darmspiegelung unerwartet schwere Komplikationen auf. Das Bundesgericht stellt nun klar: Die Ärztin aus dem Kanton Aargau kann sich auf die «hypothetische Einwilligung» der Patientin berufen.

image

Studie zeigt geringen Einfluss von Wettbewerb auf chirurgische Ergebnisse

Neue Studie aus den USA wirft Fragen auf: Wettbewerb allein garantiert keine besseren Operationsergebnisse.

image

Warum im Medizinstudium viel Empathie verloren geht

Während der Ausbildung nimmt das Einfühlungsvermögen von angehenden Ärztinnen und Ärzten tendenziell ab: Das besagt eine neue Studie.