«Null-Franken-Ärzte»: Eine Aktion findet Null Interesse

Teilen Sie mit, dass Sie keine Gelder von Pharma-Firmen erhalten haben! Der Versuch, daraus eine öffentliche Online-Liste zu machen, lässt die Schweizer Ärzteschaft offenbar kalt.

, 17. Oktober 2017, 14:48
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Ausgangspunkt war die Transparenzinitiative worin 59 Pharmafirmen in der Schweiz letztes Jahr erstmals bekanntgaben, welche Summen sie welchen Ärzten und Medizin-Institutionen überwiesen hatten – als Spesen, für Vorträge, als Spenden, für Forschungsaufträge, als Beratungshonorare et cetera.
Damit sollte Glaubwürdigkeit geschaffen werden und ein schärferes Bild einer allenfalls bestehenden Abhängigkeit entstehen. Heraus kam, dass die Pharmafirmen im Jahr 2015 rund 135 Millionen Franken ausbezahlt hatten. 
Nur: Die Aktion war und ist freiwillig. Wer hier nicht auftauchen will, wird jeweils auch nicht publik gemacht. Es bleibt also auch offen, weshalb ein Arzt oder eine Gesundheitsinstitution nicht auftaucht: Etwa weil er arg viel heikles Geld erhalten hat, aber dies nicht publiziert sehen will? Oder weil er eben nichts bekommt und völlig unabhängig ist?

Pranger oder Schaufenster? 

Deshalb starteten die deutsche Recherchegruppe «Correctiv», der «Beobachter» und die Stiftung für Konsumentenschutz die Aktion «Null-Franken-Ärzte». Wer völlig unabhängig ist, kann sich hier melden, publik werden und online erklären, dass er keine Zuwendungen von der Pharmaindustrie erhalten hat und keine Anwendungsbeobachtungen durchführt.
Jetzt hat die Stiftung für Konsumentenschutz die Liste publiziert – nachdem sie bereits im Juni angelegt und die Aktion gestartet worden war. Das Ergebnis, Stand 17. Oktober 2017: Genau acht Mediziner liessen sich als «Null-Franken-Ärzte» eintragen (bei rund 20'000 möglichen Kandidaten). 
Man kann das Projekt «Null-Franken-Ärzte» als Angebot verstehen – quasi als Schaufenster. Oder aber man empfindet es eher als Druckmittel – als eine Art Pranger mit umgekehrtem Vorzeichen. Die Nutzung deutet an, dass sich die Mediziner und die meisten Leistungserbringer im Gesundheitswesen eher kritisch dazu stellen.
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