Kantonsspital Graubünden: Wer am meisten verdiente

Das KSGR legt erstmals die Vergütung an den Verwaltungsrat und an die Geschäftsleitung offen. Der höchste Lohn ging letztes Jahr an einen Arzt.

, 11. November 2016, 05:00
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Das Kantonsspital Graubünden (KSGR) hat erst vor kurzem zum ersten Mal detaillierte Angaben zu den letztjährigen Vergütungen auf der Webseite publiziert. Daraus gehen folgende Zahlen hervor:

Verwaltungsrat:
  • Pro Kopf im Schnitt: 34'600 (7 Mitglieder)
  • Höchste Einzelvergütung: 60’200 Franken
  • Total: 242’100 Franken
Geschäftsleitung:
  • Pro Kopf im Schnitt: 351'400 Franken (10 Mitglieder)
  • Höchste Einzelvergütung: 554’632 Franken
  • Total: 3’514’114 Franken
Stiftungsrat:
  • Pro Kopf im Schnitt: 3'500 Franken
  • Höchste Einzelvergütung: 8’000 Franken
  • Total: 38’300 Franken
Die Zahlen enthalten Pauschalspesen und eine durchschnittliche Pro-Kopf-Leistungsprämie von 10'000 Franken bei der Geschäftsleitung.

Welches GL-Mitglied erzielte das Spitzensalär?

Verwaltungsratspräsident Martin Schmid sagte gegenüber dem Regionaljournal auf Radio SRF, dass das höchste GL-Salär von rund 550'000 Franken ein namentlich nicht genannter Arzt erzielt hatte. Schmid selbst erhielt für seine Mandate total 77'400 Franken.
Der Lohn von Spitaldirektor Arnold Bachmann wurde im Papier indes nicht veröffentlicht. Bekannt ist nur, dass der Ökonom zusätzlich als Geschäftsleiter der Kantonsspital Immobilien AG 87'815 Franken verdiente. 
Separat aufgeführt hat das KSGR nämlich auch sämtliche Vergütungen der Kantonsspital Immobilien AG. Dieser Topf umfasste für den Verwaltungsrat im Schnitt noch einmal rund 7'330 Franken pro Kopf. Für die Geschäftsleitung: rund 33'900 Franken pro Mitglied. 

Höher als bei der Insel Gruppe

Ein Vergleich zeigt nun: Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen der KSRG-Direktionsmitglieder von 351'000 Franken liegt höher als beispielsweise bei der Insel Gruppe. In Bern erhielt ein Mitglied der 9-köpfigen Geschäftsleitung durchschnittlich 334'000 Franken. Anders als beim Kantonsspital Graubünden entfiel die höchste Summe von 500'000 Franken aber auf den Geschäftsleitungsvorsitzenden.
Noch ein Beispiel: Das Universitätsspital Zürich bezahlte ihren neun Direktionsmitgliedern letztes Jahr durchschnittlich 276'000 Franken. 

Nicht jedes Kantonsspital veröffentlicht die Zahlen

In der Praxis wenden Kantonsspitäler solches Corporate-Governance-Verhalten unterschiedlich an. Die Kantonsspitäler St. Gallen, Glarus und das Spital Thurgau weisen zum Beispiel nicht aus, wie viel die Geschäftsleitungsmitglieder erhalten. 
Anders sieht es beim Luzerner Kantonsspital (LUKS) und beim Kantonsspital Aarau (KSA) aus. Beim LUKS lag die Pro-Kopf-Summe in der Direktion bei 241'000 Franken und beim KSA 186'500 Franken. 
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