Kinderorthopädie: Die «Choosing Wisely»-Liste der US-Ärzte

Weniger MRI, weniger Röntgen, weniger Einlagen: So sieht die «Top Five»-Liste der nordamerikanischen Pädiater für orthopädische Fälle aus.

, 16. Februar 2018, 10:10
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Man muss das Rad nicht neu erfinden: Diese Regel gilt bekanntlich auch in der «Smarter Medicine»-Debatte, die zu weniger unnötigen Massnahmen und Therapien führen soll.
Nordamerikanische und britische Fachgesellschaften legen dazu seit längerem «Streich-Listen» vor, und diese werden in der Schweiz gern aufgegriffen und übernommen, allenfalls weiterentwickelt.
Die Gastroenterologie-Gesellschaft SGG beispielsweise übernahm eine «Top Five»-Liste der US-Kollegen im letzten November gleich integral. 
Deshalb hier der Verweis auf die neuste «Choosing Wisely»-Auswahl aus Nordamerika: Sie wurde erarbeitet von der American Academy of Pediatrics-Section on Orthopaedics sowie der Pediatric Orthopaedic Society of North America – fünf Massnahmen, auf die man im Bereich Kinder-Orthopädie besser verzichtet.

  • Ultraschalluntersuchungen der Hüfte sollten nicht dazu eingesetzt werden, um bei Kindern mit geringem Risiko Hüftdislokationen oder Dysplasien auszuschliessen.
  • Bei Kindern mit Einwärtsgang unter 7 Jahren sind Röntgenbilder, Stützen und chirurgische Eingriffe unnötig.Mass-Orthesen oder Schuheinlagen sind nicht zu empfehlen für Kinder mit minimal symptomatischen oder asymptomatischen Plattfüssen.
  • Mass-Orthesen oder -Schuheinlagen sind nicht empfohlen für Kinder mit minimal symptomatischen oder asymptomatischen Plattfüssen.

  • Bei den meisten pädiatrischen Muskel-Skelett-Problemen sollten keine MRI oder Computertomographie-Untersuchungen eingesetzt werden, ohne zuerst andere geeignete Labor- und Röntgenuntersuchungen durchgeführt zu haben.
  • Wenn Torusfrakturen nicht länger schmerzhaft sind, sind Röntgenuntersuchungen zur Kontrolle unnötig.
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