«Ja zum Bruderholzspital»

Ein überparteiliches Komitee hat eine Initiative zur Rettung des von der Schliessung bedrohten Standorts lanciert.

, 20. Oktober 2015, 11:40
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Nun soll das Volk über die Zukunft des Bruderholzspitals in Baselland entscheiden. Die am Dienstag vorgestellte Volksinitiative «Ja zum Bruderholz» will die medizinische Grundversorgung im Kanton Baselland im bisherigen Rahmen sichern und damit auch den Standort Bruderholz. 
Lanciert wurde die Gesetzesinitiative «Ja zum Bruderholzspital» von einem überparteilichen Komitee. Diesem gehören Exponenten fast des ganzen politischen Spektrums von links bis rechts an, aber auch frühere leitende Ärzte des Bruderholzspitals.
Mit dabei sind Heinrich Schaefer, ehemals Arzt am Bruderholzspital und Mitgründer der Schweizer Spitex; Hans Kummer, der von der Gründung 1973 bis 1998 als Chefarzt am Bruderholzspital arbeitete; der Unternehmer Steffen Herbert von der SVP Reinach; Evelyn Herbert, Kinderkrankenschwester am Bruderholzspital; sowie Pascal Lüscher von der SVP Ettingen. 

Grundversorgung sichern

Die Initiative verlangt eine Änderung des Spitalgesetzes. In diesem soll festgeschrieben werden, dass das aus der Verwaltung ausgegliederte Kantonsspital Baselland (KSBL) in Laufen die Grundversorgung und an den Standorten Bruderholz und Liestal die erweiterte Grundversorgung sowohl im stationären und ambulanten Bereich sichert.
Die Zukunft des Bruderholzspitals ist seit Jahren Gegenstand politischer Diskussionen. Ende Juni kündigten die Regierungen beider Basel die Prüfung einer gemeinsamen Spitalgruppe an.
Diese soll aus dem Universitätsspital Basel und dem KSBL bestehen. Dabei soll das sanierungsbedürftige Bruderholzspital abgerissen und an seiner Stelle am gleichen Ort eine Tagesklinik gebaut werden.

Sorge vor Zweiklassenmedizin

Die Initianten wollen jedoch, dass das Bruderholzspital als Spital der erweiterten Grundversorgung in gut erreichbarer Lage für die Patienten des unteren Kantonsteils erhalten bleibt. Der Bedarf für dieses Krankenhaus sei mit einer Belegung von durchschnittlich 90 Prozent nachgewiesen.
Sorgen machen sich die Initianten um die medizinische Versorgung der wachsenden Zahl von alten Menschen. Bei diesen werde sich die geplante Verlagerung vom stationären zum ambulanten Bereich in Grenzen halten. Ältere Menschen seien pflegebedürftiger als junge Patienten, und oft fehle ihnen ein unterstützendes Umfeld.
Schliesslich befürchten die Initianten, dass es für die durchschnittlich 300 Patienten, die im Bruderholzspital versorgt werden, nicht genug Ausweichmöglichkeiten gibt. Damit müssten namentlich Allgemeinversicherte mit Wartezeiten rechnen, und es drohe eine Zweiklassenmedizin.
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