Tools Impf­kampagne: So viel bezahlt das BAG dafür

Die beiden Firmen Onedoc und Soignez-moi haben bis Ende 2022 Rahmen­verträge erhalten. Ihre Tools verursachten erst Ärger, laufen jetzt aber stabil.

, 21. Juli 2021, 08:00
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Rund 6,5 Millionen Franken bezahlt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) bis Ende 2021 für die IT-Leistungen betreffend die Terminverwaltung der Schweizer Impfkampagne. Dies geht aus einem freihändigen Zuschlag hervor, der auf der Plattform Simap publiziert worden ist. Vom Geld fliessen 2,7 Millionen an Onedoc aus Genf, das die Termine für die Impforganisationen verwaltet. Rund 3,8 Millionen Franken erhält der Technologiepartner Soignez-moi. Die Firma aus dem bernischen Neuenegg betreibt die Web-Plattform für die Registrierung der Impfwilligen.
15 Kantone setzten Soignez-moi ein, 19 Kantone Onedoc, heisst es vom BAG auf Anfrage. Zudem nutze die Armee Onedoc, das Fürstentum Liechtenstein beide Lösungen. Die Tools hatten zum Start immer wieder Probleme verursacht, so dass etwa der Kanton Zürich auf Vacme ausgewichen ist, das den gesamten Prozess abdeckt. Die Lösung Vacme, die vom Softwarehersteller DV Bern im Auftrag des Kantons Bern entwickelt worden war, knickte im Mai aufgrund der hohen Last auch ein, wie die Berner Gesundheitsdirektion damals mitteilte.
Onedoc war im letzten Dezember als IT-Partner vom BAG ausgewählt worden. Der Werkvertrag ging ohne Ausschreibung für 800'000 Franken für den Zeitraum von Anfang 2021 bis Ende März an die Firma. Die Begründung des BAG: "Die ausserordentliche Dringlichkeit ist bedingt durch einen möglichst frühen Start der Impfkampagne im 2021". Nun heisst es, dass der Auftrag für Onedoc und Soignez-moi ohne Ausschreibung verlängert worden sei, weil der Auftragnehmer umfassende Kenntnisse des Programmcodes besitzen müsse. Eine Weitergabe für Wartung, Pflege, Support und Weiterentwicklung sei wegen des Schutzes des geistigen Eigentums nicht möglich.
Das BAG hat neben den 6,5 Millionen Franken auch Optionen an die beiden Firmen vergeben, die bis Ende 2022 bezogen werden können. Deren Maximalvolumen beträgt 4,5 Millionen Franken.
Neben den beiden Tools werden in der Impfkampagne des BAG das Covid-Zertifikat sowie ein VMDL (Vaccination Monitoring Data Lake) zur Impfaufsicht eingesetzt. Auch die Plattform myCOVIDvac, die das BAG zusammen mit der Stiftung meineimpfung.ch entwickelt hat, gehört dazu. Dieser "elektronische Impfausweis" wurde nach einem Datenschutzdebakel Ende März beerdigt. 
Ergänzung 22. Juli: Onedoc präzisiert uns gegenüber, dass der Kanton Zürich nie die für das BAG entwickelte Lösung eingesetzt habe, sondern ein Standard-Tool von Onedoc, das nicht für eine solche Impfkampagne ausgelegt sei. «Unsere Lösung für das BAG ist hingegen nie abgestürzt», erklärt Tiago Stämpfli, Head of Business Development für die Deutschschweiz bei Onedoc.
Dieser Beitrag ist zuerst auf dem Portal «Inside IT» erschienen.
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