Hirslanden Zürich ist enorm rentabel

Erstmal legte die Hirslanden-Gruppe finanzielle Zahlen zu ihrer Privatklinik in Zürich vor. Diese trägt rund einen Viertel zum Gruppenumsatz bei – und ihre Gewinnmarge liegt weit über dem Schnitt.

, 23. Februar 2017, 09:04
image
  • hirslanden
  • spital
  • zürich
  • jahresabschluss 2016
Die Hirslanden-Gruppe gehört bekanntlich zum südafrikanischen Mediclinic-Konzern, dieser ist an der Londoner Börse kotiert, und folglich liegen die Zahlen recht offen da. Wir wissen beispielsweise, dass die grösste Schweizer Privatklinik-Gruppe im letzten Geschäftsjahr 2015/2016 einen Umsatz von 1,66 Milliarden Franken und einen Betriebsgewinn von 325 Millionen Franken erzielte, was einer EBITDA-Marge von 19,7 Prozent entspricht. 
Im Kanton Zürich läuft nun auch eine Debatte um die so genannte «Hirslandensteuer», mit der Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger einen Teil der Gewinne aus den Zusatzversicherten abschöpfen will; und andererseits steht die Forderung der SP im Raum, die Hirslanden-Klinik wieder von der Spitalliste zu streichen: Das Haus habe nur 24 Prozent Grundversicherte – viel zu wenig.

Aus der Kantonskasse an die Aktionäre?

Die SP-Fraktion monierte in diesem Zusammenhang, dass Hirslanden umgerechnet 166 Millionen Franken an Dividenden ausgeschüttet habe, oder anders gesagt: Das Geld floss aus der Kantonskasse quasi indirekt in die Taschen der Shareholder von Mediclinic International – so die Kritik. Allein, dies gründet offenbar auf einer Fehlinterpretation des Mediclinic-Geschäftsberichts: Im letzten Jahr flossen lediglich 10 Millionen an die Aktionäre.
Für Ole Wiesinger, den CEO von Hirslanden, war dies nun aber ein Anlass, selber neue Zahlen vorzulegen: Gegenüber dem «Tages-Anzeiger» weist die Privatklinik-Gruppe erstmals aus, was das Zürcher Stammhaus erzielt hat. 

Auch klar besser als andere Privatkliniken

Konkret machte es 2015/2016 einen Umsatz von 414 Millionen Franken und einen operativen Gewinn von 125 Millionen Franken; der Nettogewinn lag am Schluss bei 42 Millionen Franken.
Hirslanden Zürich trägt also einen Viertel zum Umsatz der Hirslanden-Gruppe bei, und vor allem ist es überdurchschnittlich rentabel: Die EBITDA-Marge erreicht gut 30 Prozent.
Zum Vergleich: Laut jüngst veröffentlichen Daten der Zürcher Ratingagentur Independent Credit View erzielten die Schweizer Privatkliniken 2014/2015 im Schnitt Betriebsgewinn-Margen von 17,4 Prozent. Bei den Regionalspitälern erreichte die Quote 7,3 Prozent. Universitätsspitäler schafften 7 Prozent, Zentrums- und Verbundspitäler durchschnittlich 6 Prozent.

Jährliches Wachstum von 6 Prozent

In den letzten Jahren, so verriet Ole Wiesinger dem Tagi weiter, wuchs der Umsatz der Hirslanden-Klinik jährlich um gut 6 Prozent, der operative Gewinn um knapp 4 Prozent und der Nettogewinn um knapp 11 Prozent.
«Wir stehen zu unseren guten Ergebnissen», kommentierte der CEO. Denn die seien letztlich auf hohe Qualitätsstandards und effiziente Prozesse innerhalb der Gruppe zurückzuführen.
Auch werde der Gewinn jeweils grösstenteils in der Schweiz reinvestiert. In die Zürcher Stammklinik investierte Hirslanden jährlich Summen zwischen 19 und 47 Millionen Franken.
Artikel teilen

Loading

Comment

Home Delivery
2 x pro Woche. Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Die Kunden spüren

28 Mitglieder zählt das Team von Dedalus HealthCare in der Schweiz: Sie alle haben seit dem 1. Juli 2021 eine neue Heimat. Da nämlich hat das Unternehmen seine Büroräume in Wallisellen vor den Toren Zürichs bezogen, im Bahnhofsgebäude zuoberst auf der linken Seite.

image

KSA: Diese Aufgabe übernimmt der entmachtete Pflegedirektor

Karsten Boden wird nach der Aufhebung seiner Funktion das Kantonsspital Aarau in einer Stabsstelle unterstützen.

image

Kantonsspital Obwalden strebt Fusion mit Luks-Gruppe an

Nach Nidwalden spricht sich auch die Obwaldner Regierung für einen Zusammenschluss mit dem Zentrumsspital aus.

image

Spital Menziken: Hans-Peter Wyss übernimmt Pflegeleitung

Hans-Peter Wyss ist seit fast zehn Jahren für das Asana Spital Menziken tätig. Nun wurde der Pflegeprofi befördert.

image

Spital Thurgau organisiert Frauenkliniken neu

Mit dem Zusammenschluss entsteht eine der grössten Frauenkliniken der Schweiz.

image

Privatkliniken fordern nun freien Markt im Gesundheitswesen

Angesichts der steigenden Krankenkassenprämien kommt eine radikale Forderung: Alle Regulierungen abzuschaffen.

Vom gleichen Autor

image

Brust-Zentrum Zürich geht an belgische Investment-Holding

Kennen Sie Affidea? Der Healthcare-Konzern expandiert rasant. Jetzt auch in der Deutschschweiz. Mit 320 Zentren in 15 Ländern beschäftigt er über 7000 Ärzte.

image

Wer will bei den Helios-Kliniken einsteigen?

Der deutsche Healthcare-Konzern Fresenius sucht offenbar Interessenten für den Privatspital-Riesen Helios.

image

Deutschland: Investment-Firmen schlucken hunderte Arztpraxen

Medizin wird zur Spielwiese für internationale Fonds-Gesellschaften. Ärzte fürchten, dass sie zu Zulieferern degradiert werden.